Studie zum Umsatz: Japanische hängen deutsche Autohersteller ab

Studie zum Umsatz : Japanische hängen deutsche Autohersteller ab

Im Rennen um die Führungsspitze der weltweiten Autoindustrie haben japanische Hersteller deutschen Konzernen in den ersten Monaten des Jahres den Rang abgelaufen.

Die japanischen hätten die deutschen Hersteller bei wichtigen Wachstumskennzahlen abgehängt, hieß es in einer am Dienstag in Frankfurt am Main veröffentlichten Untersuchung der Unternehmensberatung Ernst & Young (E&Y). Der Pkw-Markt in Deutschland schrumpfte im Mai weiter.

Japans Autohersteller hätten weltweit von Januar bis März ihren Umsatz um sechs Prozent steigern können, den Gewinn sogar um 72 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, hieß es in der Untersuchung von E&Y. Bei den deutschen Herstellern sei der Umsatz um drei Prozent zurückgegangen, der Gewinn um 28 Prozent geschrumpft.

Toyota habe seinen Umsatz um zwei Prozent gesteigert auf 48,4 Milliarden Euro, VW habe ein Minus von zwei Prozent hinnehmen müssen und 46,6 Milliarden Euro Umsatz gemacht, hieß es in der E&Y-Untersuchung. Volkswagen will bis 2018 größter Autohersteller der Welt werden.

Auch seien Japans Konzerne zuletzt deutlich profitabler gewesen, hieß es in der E&Y-Studie. Habe sich die Gewinnmarge der japanischen Hersteller auf 6,9 Prozent vor Zinsen und Steuern belaufen, seien es bei den deutschen Konzernen von Januar bis März nur 5,9 Prozent gewesen. Dabei hätten die japanischen Hersteller vom schwachen Kurs des Yen profitiert und effizienter gearbeitet.

Auf dem deutschen Pkw-Markt wurden im Mai mit 261.316 Neuwagen rund 9,9 Prozent weniger Autos neu zugelassen als im Vorjahresmonat, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg mitteilte. In den ersten fünf Monaten des Jahres wurden 8,8 Prozent weniger Autos neu zugelassen als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres.

Die rückläufigen Zulassungszahlen zeigten sich nach Angaben des KBA unter den deutschen Herstellern am deutlichsten bei den Marken Opel mit einem Minus von 16,3 Prozent und der Daimler-Tochter Smart mit minus 13,5 Prozent. Ford hielt mit minus 0,9 Prozent fast das Vorjahresniveau. Bei den ausländischen Herstellern verzeichneten insbesondere die Marken Alpha Romeo und Lancia massive Rückgänge.

Eine positive Entwicklung zeigte sich dem KBA zufolge bei den alternativen Antrieben: Die Zahl der Neuzulassungen bei Elektroautos nahm um 79 Prozent zu, Hybride legten um 46,3 Prozent zu und Erdgasfahrzeuge um 28,4 Prozent. Allerdings werden speziell von Elektro- und Hybridautos mit Benzin- und E-Motor nur vergleichsweise geringe Stückzahlen verkauft.

Bislang sind nur einige tausend Elektroautos auf Deutschlands Straßen unterwegs. Die Bundesregierung will bis 2020 eine Zahl von einer Million zugelassenen Elektroautos erreichen.

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(AFP/nbe)