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Benzin- und Ölpreis auf Rekordfahrt: "Irans Öl-Lieferstopp kann uns treffen"

Benzin- und Ölpreis auf Rekordfahrt : "Irans Öl-Lieferstopp kann uns treffen"

Die Benzinpreise haben ein Rekordniveau erreicht und auch Rohöl ist am Montag auf ein Neun-Monats-Hoch geklettert. Grund für den Auftrieb ist die Ankündigung Irans, kein Öl mehr nach Frankreich und Großbritannien zu liefern. Wird auch bei uns der Sprit teurer?

Eines dürfte beim Blick auf die Entwicklung der Preise für Rohöl auf dem Weltmarkt und für Kraftstoff an den Tankstellen klar sein: Die letzten Wochen haben zu einer erheblichen Verteuerung geführt. Der schwelende Konflikt mit dem Iran um die Auslieferung von Rohöl ist einer der wichtigsten Preistreiber, so die Einschätzung von Prof. Dr. Stefan Bratzel vom Center of Automotive an der Fachhochschule der Wirtschaft auf Anfrage unserer Redaktion.

Liefert der Iran kein Öl mehr nach Frankreich und Großbritannien, wird auch weniger Öl auf dem Markt zur Verfügung stehen. Kurzfristig können große Förderländer wie Saudi-Arabien drohende Liefer-Engpässe ausgleichen und den Weltmarkt bedienen - zumal Deutschland das meiste Öl aus Russland importiert. "Strukturell und langfristig aber werden wir uns auf dauerhaft hohe Spritpreise einstellen", erklärt Bratzel.

China hat Durst nach Rohöl

Ist der Iran Bratzel zufolge momentan der Preistreiber, bewertet der Branchenexperte die Zukunft noch kritischer. "Aufstrebende Länder wie Brasilien, Indien und vor allem China haben einen großen Durst nach Rohöl. Hier sehe ich ein großes Risikopotenzial."

Der Preisauftrieb wurde 2008 eingeläutet. Im damaligen Sommer vermeldeten die Tankstellen in Deutschland Rekordpreise für Diesel und Benzin. Die nächste Stufe wurde im vergangenen Jahr erreicht. Noch nie war Sprit so teuer wie 2011. Bratzel: "Vieles spricht dafür, dass dieses Jahr ein neuerlicher Rekord bei den Spritpreisen erreicht wird."

"Iran kann auch uns treffen"

In welche Regionen der Benzinpreis vorstoßen könnte, mag Bratzel derzeit nicht einschätzen. Zu viele Faktoren wirken auf die Preisgestaltung an der Zapfsäule. "Klar ist, dass wir die Entwicklung im Iran genau beobachten müssen. Sie kann auch Auswirkungen haben, die uns treffen."

Die Ölpreise haben zu Wochenbeginn weiter zugelegt und sind auf den höchsten Stand seit neun Monaten geklettert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete am Montagmorgen 120,99 US-Dollar.

Das waren 1,41 Dollar mehr als am Freitag. Ein Barrel der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) mit Auslieferung im März verteuerte sich um 1,69 Dollar auf 104,93 Dollar. Damit notieren die Ölpreise so hoch wie zuletzt im Mai 2011.

(nbe)