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Ruhrtalbrücke auf A52 in Richtung Essen gesperrt: In NRW droht ein Stau-Sommer

Ruhrtalbrücke auf A52 in Richtung Essen gesperrt : In NRW droht ein Stau-Sommer

Autofahrer in Nordrhein-Westfalen müssen sich in den kommenden Monaten auf mehr Staus einstellen. Aufgrund der Sanierung der Ruhrtalbrücke bei Mintard wird die A 52 in Fahrtrichtung Essen zwischen den Anschlussstellen Breitscheid und Essen-Kettwig ab dem 1. Juli komplett gesperrt. Die Umleitung führt über die A3 – die ohnehin schon am stärksten frequentierte Autobahn des Landes.

Autofahrer in Nordrhein-Westfalen müssen sich in den kommenden Monaten auf mehr Staus einstellen. Aufgrund der Sanierung der Ruhrtalbrücke bei Mintard wird die A 52 in Fahrtrichtung Essen zwischen den Anschlussstellen Breitscheid und Essen-Kettwig ab dem 1. Juli komplett gesperrt. Die Umleitung führt über die A3 — die ohnehin schon am stärksten frequentierte Autobahn des Landes.

"Wir gehen zwar nicht von einem Verkehrsinfarkt aus, aufgrund der Verbindung zwischen den Niederlanden und Österreich ist die A3 aber gerade in den Sommerferien ohnehin schon stark befahren", sagt ein Sprecher des Landesbetriebes Straßen.NRW. Aufgrund der Witterung sei der Zeitraum aber der einzig mögliche, um die Fahrbahnübergange auszutauschen.

Die Ruhrtalbrücke ist im Sommer nicht die einzige Groß-Baustelle in NRW. Wegen des Ausbaus der A 57 wird es noch bis Frühjahr 2014 bei Neuss ständig zu Staus kommen. In Richtung Köln behindert eine Behelfsbrücke den Verkehr. Die Rheinbrücke an der A 1 bei Leverkusen soll ab Mai in beide Richtungen jeweils dreispurig befahrbar sein. Ob die Lage dort stabil bleibt, ist ungewiss. An der stark sanierungsbedürftigen Bauwerk können Überlastungen und Witterungseinflüsse zu neuen Schäden führen, die Teilsperrungen nach sich ziehen können.

Verkehrsexperten fordern Gegenmaßnahmen

Die etwa 1,8 Kilometer lange Ruhrtalbrücke wird bis Ende September jeweils sechs Wochen in beide Fahrtrichtungen für 11,5 Millionen Euro saniert. In Richtung Düsseldorf werden zwei Spuren befahrbar bleiben, der Verkehr Richtung Essen wird umgeleitet. "Würden wir die Strecke nicht für drei Monate sperren, entstünden bei den Bauarbeiten in den kommenden Jahren Staus von etwa 20 Kilometern", sagt Projektleiter Peter Belusa.

Verkehrsexperten im Düsseldorfer Landtag fordern die Landesregierung auf, Gegenmaßnahmen gegen den drohenden Stau-Sommer zu ergreifen. Bernhard Schemmer, verkehrspolitischer Sprecher der Union, verlangte, Rot-Grün müsse Anreize für die Baufirmen schaffen, Arbeiten vor dem vereinbarten Termin fertigzustellen. Dieser "Baustellen-Turbo" sei in der Regierungszeit von CDU und FDP eingeführt, aber von SPD und Grünen aus "ideologischen Gründen" abgeschafft worden.

Christof Rasche, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP im Landtag, appellierte an Straßen.NRW, in der Ferienzeit auf Tagesbaustellen zu verzichten. Fahrbahnverengungen wegen Grünarbeiten führten oft zu kilometerlangen Staus. "Wenn die Verkehrslage durch Großbaustellen ohnehin angespannt ist, sollte die Situation nicht noch unnötig verschärft werden", sagte Rasche.

Ministerium: Verkehrsarme Sommerferien beste Zeit

Arndt Klocke, Verkehrsexperte der Grünen, forderte die Bahn und den Verkehrsverbund VRS auf, zügig prüfen, ob der Takt der Nahverkehrsverbindungen im Ruhrgebiet während der A 52-Sperrung weiter verdichtet werden kann.

Das NRW-Verkehrsministerium erklärte, man habe darauf geachtet, die Arbeiten an der A 52 nicht mit den Reparaturen an der A 59-Brücke in Duisburg zusammenzulegen, um Staus zu vermeiden. Die "verkehrsarmen Sommerferien" seien die beste Zeit für die Sanierung.

(gmv)