Genfer Autosalon 2018: Es gibt auch normale Autos auf der Messe

Genfer Autosalon 2018: Es gibt auch normale Autos auf der Messe

Traditionell stehen auf dem Genfer Autosalon vor allem Luxuskarossen, Sportwagen und außergewöhnliche Studien im Fokus. Es lassen sich aber auch Alltagsautos mit mehr Realitätsbezug entdecken.

Genf steht für Glamour: Jedes Jahr trifft sich die PS-Branche im Südwesten der Schweiz, wenn Sport- und Luxusmarken wie Aston Martin, Bentley oder Ferrari dort auf dem Autosalon besonders potente und teure Neuheiten zeigen.

Doch wer sucht, findet am Genfer See nicht nur Großes, Schnelles und Teures, sondern auch viele normale Autos:

Im Mainstream des alltäglichen Stadtverkehrs, der Kompaktklasse, präsentiert sich der neue Kia Ceed. Als einer der vielen Verfolger des VW Golf setzt er auf das altbekannte Kompakt-Rezept mit langem Radstand, kurzen Überhängen und steilem Heck.

Nachgelegt haben die Koreaner bei den Assistenzsystemen: Für den neuen Ceed gibt es erstmals von Kia in Europa einen Stauassistenten, der das Auto in der Spur hält, der bremst, lenkt und beschleunigt und dabei dem Vordermann folgt. Unter der Haube bleibt es bei Altbewährtem in Form von drei Benzinern und zwei Selbstzündern mit bis zu 103 kW/140 PS.

Wie es mit der Dieseltechnologie weitergeht, weiß momentan keiner so genau. Fest steht aber: Die Kleinwagenkunden bei Skoda müssen künftig ohne einen Selbstzünder auskommen. Denn mit dem Facelift des Fabia setzt die tschechische VW-Tochter fortan ausschließlich auf Benziner.

Die vier Motoren leisten zwischen 44 kW/60 PS und 81 kW/110 PS. Die stärkeren Dreizylinder verfügen über Turboaufladung, Direkteinspritzung und Partikelfilter. Die Topversion lässt sich mit einem siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe koppeln. Als Zeitpunkt für den Marktstart nennt Skoda das zweite Halbjahr.

Optisch haben die Tschechen Hand an Front- und Heckschweller angelegt, außerdem bieten sie erstmals LED-Technik für Scheinwerfer und Heckleuchten an. Neue Assistenzsysteme können zum Beispiel beim Spurwechsel oder Ausparken helfen. Im Innenraum gibt es unter anderem ein neu gestaltetes Cockpit. Fürs Infotainment kann gegen Aufpreis ein System mit 6,5-Zoll-Bildschirm an Bord gehen.

Antriebsseitig deutlich moderner stellt sich Toyota mit dem neuen Auris auf. Neben einer vor allem auf Effizienz ausgelegten, 90 kW/122 PS leistenden Version mit 1,8-Liter-Benziner wird es eine stärker auf dynamische Fahreigenschaften ausgerichtete Alternative mit 2,0-Liter-Benziner geben, die 132 kW/180 PS mobilisiert.

Als Einstiegsmotorisierung rundet ein konventioneller 1,2-Liter-Benziner das Antriebsangebot nach unten ab. Auch optisch tut sich was beim Auris: Der Radstand wächst um vier Zentimeter, Front und Flanken wirken dank dreidimensionaler Modellierung deutlich charaktervoller als bisher.

Optische Retuschen an der Front, neu abgestimmte Vorderachse und neue Motoren: Das sind einige Merkmale der Überarbeitung, die Ford seinem kleinsten Pkw-Modell Ka+ spendiert hat. Der Wagen lässt sich zu Preisen ab 9990 Euro sofort bestellen.

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Anders als Skoda setzt Ford auf den Selbstzünder und bietet erstmals einen Diesel im Motorenportfolio des Ka+ an. Dieser 1,5 Liter große Turbomotor ist für 70 kW/95 PS und ein maximales Drehmoment von 215 Newtonmetern (Nm) gut. Neu ist auch ein Dreizylinder, der als 1,2-Liter-Benziner in zwei Stufen mit 51 kW/70 PS und 62/85 kW zur Wahl steht.

Vier Ausstattungsvarianten stehen parat. Eine davon ist neu und macht den Ka+ zum Crossover. So hat er als Active 23 Millimeter mehr Bodenfreiheit und ist etwas länger und breiter als die anderen Versionen. Auch eine Dachreling, rustikalere Karosserieteile und verkleidete Radkästen gehören zum Auftritt des Kleinwagens in SUV-Optik.

Den wohl größten Schritt in Sachen Kompaktklasse geht mit Mercedes-Benz ein deutscher Hersteller. Die neue A-Klasse kommt in diesem Frühjahr mit dem modernsten Cockpit und dem fortschrittlichsten Bediensystem im Hause Mercedes auf den Markt. Fast alles läuft dabei über die beiden Bildschirme im Cockpit, ähnlich dem Widescreen in C- bis S-Klasse.

Beim Außendesign gestalten die Stuttgarter den Kompakten mit glatteren Flächen. Fast konventionell fällt dabei die Motorenauswahl aus. Einen Plug-in-Hybrid mit Dieselmotor, wie Mercedes in Genf für C- bis S-Klasse angekündigt hat, vermisst man noch. 2019 soll sich das allerdings ändern.

Seit vier Jahren ist die zweite Generation des Toyota Aygo auf den Straßen unterwegs, jetzt hat der Hersteller sie überarbeitet. Der Kleinwagen fährt in Genf unter anderem mit einer neu gestalteten Front vor. Weiterentwickelte Ausstattungspakete sowie mehr Komfort unter anderem durch bessere Geräuschdämmung gehören zur Auffrischung.

Beim Dreizylinder hat Toyota unter anderem die Leistung leicht auf nun 53 kW/72 PS gesteigert. Gesunken ist nach Herstellerangaben dagegen der Verbrauch - um 0,2 auf 3,9 Liter (CO2-Ausstoß: 90 g/km).

Umfassend überarbeitet ist auch der Mazda6, der im Sommer auf den Markt kommt. Bei Limousinen- und Kombivariante des Mittelklassemodells gibt es dann neben aufpoliertem Außendesign und aufgemöbeltem Innenraum ein modifiziertes Fahrwerk.

Ebenfalls überarbeitet präsentieren sich die Vierzylinder-Diesel und -Benziner, die dann die Abgasnorm Euro 6d-temp erfüllen. Neu auf der Optionsliste finden sich 360-Grad-Kamera und Tempomat mit Stauassistenz-Funktion.

Ein weiterer neuer Kombi kommt aus Schweden: Volvo zeigt in Genf erstmals auf einer Messe den neuen V60. Dieser basiert nun auch auf der zusammen mit Geely entwickelten SPA-Plattform. Im Vergleich zum größeren V90 wirkt der V60 deutlich knackiger und nicht ganz so ausladend.

Im Innenraum blicken die Passagiere auf den bereits aus anderen Modellen bekannten vertikalen Touchscreen. Ende 2018 werden zwei Plug-in-Hybride im V60 auch rein elektrisches Fahren ermöglichen. Zum Marktstart im Sommer fungiert der T6 mit 228 kW/310 PS vorerst als Topmaschine.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kompakt- und Mittelklasse - normale Autos beim Genfer Autosalon

(csr)