Genfer Autosalon 2018: Die PS-gewaltigen Supersportwagen am Lac Léman

Genfer Autosalon 2018: Die PS-gewaltigen Supersportwagen am Lac Léman

Roboter-Taxis? Elektro-Aussichten? Nicht nur. Auch 2018 steht der Genfer Autosalon unter dem Einfluss der leistungsstarken Supersportler.

1914 PS: Nein, das ist kein Fehler, sondern die tatsächliche Leistungsangabe für den neuen Rimac "C_Two". Auf dem diesjährigen Genfer Autosalon ist der kroatische Elektro-Supersportler damit ein heißer Anwärter auf den Preis für den größten PS-Protz. Dabei ist das zweite Fahrzeug aus dem Hause Rimac keine wilde Studie mehr, sondern bereits fertig für die Serienproduktion — 185 Exemplare sollen mindestens entstehen.

Noch niedriger fällt die Stückzahl einiger anderer Maschinen aus, die am Lac Léman das Licht der Öffentlichkeit erblickt haben. Zwar ist der McLaren Senna GTR (maximal 75 Exemplare) noch schneller als der "normale" Senna und der Bugatti Chiron Sport noch kurvenfreundlicher als ein "gewöhnlicher" Chiron, trotzdem werden nur wenige in den Genuss dieser Wahnsinnsgeräte kommen.

Was auch für eine weitere Rennsport-Monströsität gilt, die wie der Senna GTR ebenfalls aus Großbritannien stammt.: Noch bevor der Aston Martin Valkyrie die Serienreife erreicht hat, präsentieren die Engländer die "AMR Pro"-Variante für den ausschließlichen Rennstrecken-Gebrauch. Die könnte, dank 1000 Kilogramm Abtrieb auf eben dieses Leergewicht, mit genügend Geschwindigkeit rein theoretisch auch an der Decke fahren. Was Hersteller nicht alles tun, um in Genf aufzufallen.

Fast normal kommen dagegen die neuesten Spielzeuge mit Rennstrecken-Fokus von Ferrari und Porsche daher. Aus Maranello geht — als Antwort auf den Porsche GT2 RS — der 488 Pista an den Start. 530 kW/720 PS schickt die rote Göttin aus dem bekannten Vierliter-V8-Biturbo an die Hinterachse. Eine starke Kampfansage an den Zuffenhausener Heckmotorsportler.

Ganz anders generiert der neue Porsche GT3 RS seine Leistung. Die direkte Ableitung von Porsches Markenpokalrenner darf noch frei saugen und bietet Kunden damit ein Attribut, dass viele Tifosi an ihrem springenden Pista-Pferdchen vermissen werden. Zwar kommt der neue RS — in Genf im schreienden "Lizard"-Grün präsentiert — "nur" auf 382 kW/520 PS, für Verzückung dürfte das RS-Facelift trotzdem besonders bei Freunden puristischer Klangkulisse sorgen.

Besondere Erwähnung hat auch der neue Zenvo TSR-S verdient. Das Aushängeschild des dänischen Hypercars ist dabei nicht einmal der doppelt kompressorgeladene V8, der mal eben 882 kW/1200 PS leistet. Viel mehr geht es bei dem Trackday-Special um den "Zentripetal-Spoiler", der sich je nach Fliehkraft nicht nur nach vorne oder hinten neigen kann, sondern bei Kurvenfahrt auch seitlich verstellt wird, um der Zentrifugalkraft entgegen zu wirken. So soll der Abtrieb nahezu verdreifacht werden können, ein unschätzbarer Vorteil in schnellen Kurven.

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Wer hingegen eher auf Uferpromenaden als auf Rennpisten unterwegs ist, sollte sich den neuen Lamborghini Huracán Performante Spyder ansehen. Das Rezept ist denkbar einfach: Die Leistung von 471 kW/640 PS, der Allradantrieb und die aktive Aerodynamik samt Carbon-Flügel bleiben dem Kampfstier erhalten. Nur die Frischluftzufuhr im Cockpit wurde dank eines versenkbaren Stoffdachs stark optimiert. Auch hier dürfte ein Großteil des Spaßpotenzials vom V10-Saugmotor stammen.

Weniger Durchzug herrscht hingegen im neuen Sondermodell des normalerweise offenen Abarth 124, der samt einem Carbon-Hardtop nun den Zusatz "GT" erhält und sich dabei an der Rennsport-Variante des Italojapaners orientiert. Schließlich gab es den 124 schon in den 60er-Jahren als schickes Coupé.

Auf gute alte Zeiten schielt auch die Reinkarnation des legendären Lancia Stratos, dessen Neuauflage unter der Flagge von "Manifattura Automobili Torino" in einer Kleinstserie von 25 Exemplaren als "New Stratos" entstehen soll. Die Edelschmiede zeichnete sich in letzter Zeit unter anderem mit Auftragsarbeiten für Glickenhaus (SCG 003C) oder Apollo (Intensa Emozioni) aus.

Wir schließen unseren Sportwagen-Überblick mit zweien vom alten Schlag: In Genf feiert der Ford Mustang Bullitt seine Europapremiere und zeigt sich gleichzeitig bereit für eine überraschende Markteinführung auf diesem Kontinent, die im Sommer erfolgen soll. Wer also schon immer brennender Steve-McQueen-Fan war und drauf steht, Gänge mit einer Billardkugel in der Hand zu wechseln, sollte beim Ford-Händler vorstellig werden.

Abgeschlossen ist der Bestellprozess beim Morgan Aero 8 GT, der finalen Fahrzeugvariante des britischen Kleinserienherstellers, die noch auf den altehrwürdigen BMW-V8-Sauger setzt. Der auf acht Exemplare limitierte Rennwagen-Ableger ist bereits vollständig an Stammkunden verkauft.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Supersportwagen vom Genfer Salon 2018

(csr)