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Zahl der Verkehrstoten 2011 steigt dramatisch: Für Ramsauer ist das Wetter schuld

Zahl der Verkehrstoten 2011 steigt dramatisch : Für Ramsauer ist das Wetter schuld

Für Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer ist das Wetter der Schuldige für die dramatisch gestiegene Zahl an Verkehrstoten auf deutschen Straßen im vergangenen Jahr. 3991 Menschen sind ums Leben gekommen, 9,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer machte das Wetter für die stark gestiegene Zahl der Verkehrstoten verantwortlich. "Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung sind die Witterungsbedingungen", sagte der CSU-Politiker.

Die Verkehrssicherheitsarbeit bleibe ein zentrales Anliegen der Bundesregierung. Ziel sei es, die schwächeren Verkehrsteilnehmer zu schützen, eine sichere Infrastruktur bereitzustellen und gute Rahmenbedingungen für intelligente Fahrzeugtechnik zu schaffen.

Milder Winter, warmer Frühling

Auch die Statistiker nannten als wesentlichen Grund die Witterungsbedingungen: Relativ milde Wintermonate, ein sehr warmer, trockener Frühling und ein vergleichsweise schöner Herbst hätten zu mehr Getöteten und Verletzten geführt.

Bei günstigen Wetterverhältnissen werde "mehr und häufig schneller gefahren", hieß es. Zudem seien dann auch mehr Fußgänger und Zweiradfahrer unterwegs. Dadurch steige die Schwere der Unfälle.

Der Auto Club Europa (ACE) nannte die Erklärungsversuche trostlos. "Demnach müssen wir uns sehnlichst schlechtes Wetter wünschen, damit die nächste Unfallbilanz wieder etwas besser ausschaut; eine derartige Verknüpfung aber kann wohl keine gescheite Perspektive sein", sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner am Freitag in Stuttgart.

Mehr Tempokontrollen gefordert

Der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Anton Hofreiter (Grüne), hat angesichts der erstmals seit 20 Jahren wieder gestiegenen Zahl der Verkehrstoten in Deutschland mehr Geschwindigkeitskontrollen gefordert.

"Jetzt muss die Hauptunfallursache angegangen werden, und das ist nun mal überhöhte Geschwindigkeit", sagte Hofreiter. "Das bedeutet: Besser überwachen und schärfer bestrafen", betonte der Verkehrsexperte.

Hofreiter kritisierte, dass es für mehr Verkehrskontrollen derzeit nicht genügend Personal bei der Polizei in den Ländern gebe. "Der Personalabbau bei der Verkehrspolizei muss dringend gestoppt werden", forderte der Grünen-Politiker.

Die meisten Toten auf Landstraßen

Auch der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt hatte bereits mehr Verkehrskontrollen auf den Straßen gefordert. Die Geschwindigkeitskontrollen auf Landstraßen seien drastisch auszuweiten, verlangte er. Dort seien mit Abstand die meisten Unfalltoten - bundesweit etwa 60 Prozent - zu beklagen.

Rund 391.500 Menschen wurden 2011 bei Verkehrsunfällen verletzt, das ist ein Anstieg um 5,5 Prozent. Die Zahl der von der Polizei aufgenommenen Unfälle ging dagegen um 2,8 Prozent auf rund 2,3 Millionen zurück.

Drastisch stieg die Zahl der Verkehrstoten im Dezember: 364 Menschen starben auf den Straßen, mehr als doppelt so viele wie im Dezember 2010. Die Zahl der Verletzten erhöhte sich um ein gutes Drittel auf rund 31.400. Auch dafür war das Wetter der Hauptgrund: Im Dezember 2010 hatte es einen starken Wintereinbruch gegeben mit der Folge, dass weniger und langsamer gefahren wurde.

Hier geht es zur Infostrecke: Verkehrsunfälle 2011: Ranking nach Bundesländern

(dpa/apd)