Staatslimousinen unterm Hammer: Fahren wie die Queen und Kennedy

Staatslimousinen unterm Hammer: Fahren wie die Queen und Kennedy

Düsseldorf (RPO). In schöner Regelmäßigkeit kommen beim Auktionshaus RM die ungewöhnlichsten Autos unter den Hammer. Mitte August ist es wieder soweit. Dann stehen zwei Staatslimousinen zum Verkauf. Ein Lincoln des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy und eine Luxuskarosse der britischen Queen. Den Daimler Double Six, das Top-Modell der Marke Jaguar, steuerte die Königin von England von 1984 bis 1987 höchstpersönlich.

Über Jahre existierte zwischen dem Weißen Haus und dem Autobauer Ford eine feste Beziehung, wenn es um Präsidenten-Karossen ging. Der beliebte US-Präsident (Amtszeit 1961 bis 1963) führte die Tradition mit der Ford-Tochter Lincoln fort. Kennedy war der erste, der einen Continental orderte. 1961 wurde das Continental Cabrio 100-X bestellt. Ein Jahr später folgte der Lincoln Continental Bubbletop 297-X. Der Lincoln mit der entfernbaren Plexiglashaube und 300 PS wird zwischen dem 12. und 14. August im kalifornischen Monterey versteigert.

RM Auctions rechnet mit einem Erlös von bis zu 750.000 US-Dollar (rund 575.000 Euro) für das historische Fahrzeug, das 1972 dem Henry Ford Museum gespendet wurde. Zahlreiche Diplomaten und Promis wurden in dem Lieblingsauto von Präsidentengattin Jackie Kenndey befördert: Papst Paul VI., die viel Apollo-Astronauten, der philippinische Präsident Marcos sowie US-Präsident Lyndon B. Johnson, der nach der Ermordung von John F. Kennedy die Amtsgeschäfte übernahm.

Nur 15.276 Meilen

Nachdem er 1985 von der Imperial Palace Collection gekauft und ausgestellt worden war, kam er in eine private Sammlung, bis er 2005 die Hände wechselte. Über die Jahre wurde er akribisch und regelmäßig gewartet. Der Tachozähler weist nur 15.276 Meilen auf, und das, obwohl der Wagen auch bei Staatsbesuchen im Ausland eingesetzt worden ist. Bis heute ist der Kennedy-Lincoln in einem erstaunlichen Originalzustand.

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Gleiches gilt für den Daimler Double Six der Queen. Seit jeher ist Ihre Mäjestät eine begeisterte Autofahrerin gewesen. Schon im zweiten Weltkrieg saß sie am Steuer von Krankenwagen, um Verletzte zu transportieren. Diese Leidenschaft hat sie sich bewahrt. Von 1984 bis 1987 betrachtete sich das Top-Modell aus dem Hause Jaguar als ihr ganz persönliches Spielzeug. Elisabeth II. unternahm Spritztouren auf dem königlichen Anwesen in Windsor und besuchte Mitglieder der königlichen Familie oder Freunde. Außerdem fuhr sie jeden Sonntag mit dem Wagen in die Kirche.

Die Queen selbst am Steuer

Während der drei Jahre legte Elisabeth II. selbst rund 12.000 Meilen (knapp 19.500 Kilometer) in dem Wagen zurück. Insgesamt hat der Luxus-Daimler 41.000 Meilen (knapp 70.000 Kilometer) auf dem Buckel. Zu den interessanten Details gehört diese blaue Lampe an der Windschutzscheibe. Sie ermöglichte Kolonnenfahrten, aber auch, dass der Wagen nach der Rückkehr ihrer Majestät sowohl im Buckingham Palast als auch auf Schloss Windsor direkt von den Sicherheitskräften erkannt wurde.

Wenn in Monterey der Hammer für den Daimler fällt, werden um die 150.000 Euro erwartet.

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(RPO/anw/kpl)