US-Kooperation mit China: Dieser Elektrofloh fährt von selbst

US-Kooperation mit China: Dieser Elektrofloh fährt von selbst

Düsseldorf (RPO). Der Verkehr in den Metropolen wird immer undurchdringlicher. Einen neuen Lösungsvorschlag für die World Expo 2010 in Shanghai zeigen der US-Autobauer General Motors und der chinesische Autokonzern SAIC: Den kugeligen Elektro-Zweisitzer EN-V Concept.

EN-V Concept ist die Abkürzung für Electric Networked-Vehicle. Bei der Entwicklung haben General Motors und SAIC (Shanghai Automotive Industry Corp.) Geschwindigkeit und Reichweite auf die aktuellen Stadtverkehr-Verhältnisse ausgelegt. Das Elektromobil wiegt weniger als 500 Kilogramm und ist nur etwa 1,50 Meter lang.

Das Fahrzeug wurde inspiriert durch den Personal Urban Mobility and Accessibility (P.U.M.A.)-Prototypen, den GM in Zusammenarbeit mit Segway entwickelt und im April 2009 vorgestellt hat. Angetrieben wird das EN-V durch je einen Doppelmodus-Elektromotor in den Rädern. Dabei beschleunigen die Motoren nicht nur, sondern bremsen das Fahrzeug auch. Das EN-V benötigt kaum Platz zum Wenden und kann sich fast auf der Stelle drehen. Karosserie und Dach des EN-V bestehen aus Kohlefaser, speziell getöntem Lexan und Acryl.

Reichweite 40 Kilometer

Die Lithiumionen-Batterien können an herkömmlichen Haushaltssteckdosen aufgeladen werden und bieten eine Reichweite von mindestens 40 Kilometern. Mit dem EN-V lässt sich die Strominfrastruktur effizienter nutzen, denn das Fahrzeug kann mit dem Stromnetz "kommunizieren". Aufgeladen wird demnach zu Zeiten niedriger Nachfrage, was eine kontinuierliche Netzauslastung fördert.

Durch die Kombination von Global Positioning System (GPS), Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation und Abstandsmessung kann das EN-V Concept auch völlig autonom fahren. Ist das Fahrzeug autonom unterwegs, wählt es auf der Grundlage von Echtzeit-Verkehrsinformationen automatisch die schnellste Route. Kritische Stellen werden vermieden, so dass Staus nicht immer weiter wachsen können. Dazu können Fahrer und Beifahrer dank drahtloser Kommunikationseinrichtungen im EN-V während der Fahrt Kontakt mit Freunden oder Geschäftspartnern aufnehmen und pflegen.

Sensoren und Kameras

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Mit Hilfe von Sensoren und Kameras macht sich das EN-V ein Bild von der Umgebung und kann so sofort auf allfällige Hindernisse oder Veränderungen der Fahrbedingungen reagieren. Wenn beispielsweise ein Fußgänger Anstalten macht, vor dem Auto auf die Straße zu laufen, antizipiert EN-V, kommt so eher zum Stand und vermeidet einen Zusammenstoß — besser als das der Fahrer eines aktuellen Autos könnte.

Bei der heutigen Präsentation wurden gleich drei verschiedene Modelle enthüllt. Sie repräsentieren drei verschiedene Charaktere, die andeuten, wie angenehm die Menschen künftig unterwegs sein können: Jiao (Stolz), Miao (Magie) und Xiao (Lachen). Die Konzeptfahrzeuge sind vom 1. Mai bis 31. Oktober 2010 im SAIC-GM-Pavillon auf der Weltausstellung in Shanghai zu sehen. Xiao entwarfen die australischen Holden-Designer, während GM Europa für Jiao verantwortlich zeichnet und Miao aus dem GM-Design-Studio in Kalifornien stammt.

Eigenes Design-Thema

Jedes EN-V verfolgt ein eigenständiges Design-Thema, das die Flexibilität der Antriebsplattform demonstriert. Der jeweils eigene Charakter findet Ausdruck in den Zugangsmöglichkeiten, im Interieur sowie innovativen Ideen bei Farb- und Lichtgestaltung sowie Sitztechnologie. Xiao hat durch die blaue Lackierung und das nautisch inspirierte Design eine fröhliche Erscheinung. Miao übernimmt viele Designmerkmale aus der Unterhaltungselektronik.

Die Designer nutzten das Miao darüber hinaus, um innovative Beleuchtungslösungen zu präsentieren; besondere Licht-Akzente setzen hierbei umfangreich verwendete LEDs. Hochgeschwindigkeitszüge und chinesische Opernmasken standen Pate für die klaren Linien und hellen Lackierungen des Jiao.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Elektroauto EN-V löst City-Probleme

(ampnet/RPO)