Partikelfilter: Diesel-Grenzwerte bald auch für Benziner?

Partikelfilter : Diesel-Grenzwerte bald auch für Benziner?

Berlin (RPO). Die für Diesel-Pkw vorgeschriebenen Feinstaub-Grenzwerte sollen nach dem Willen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und des Verkehrsclub Deutschlands auch für benzinbetriebene Autos gelten.

Die DUH und der Verkehrsklub VCD stellten in Berlin am Donnerstag Versuchsergebnisse mit zwei handelsüblichen Autos mit Benzin-Direkteinspritzung vor, einem VW Golf 1,2 und einem BMW 116i. Der Versuch ergab einen Ausstoß von Feinstaub-Partikeln, der die bestehenden Diesel-Grenzwerte um ein Vielfaches übertraf.

Bisher sind den Angaben zufolge eine halbe Million Benzin-Autos mit der neuen Direkteinspritzung unterwegs. Der von ihnen emittierte Feinstaub sei ähnlich gesundheitsgefährdend wie der von Dieselautos ohne Filter, sagte der Verkehrsberater Axel Friedrich. Er könne vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch Störungen der Atemwege und sogar Krebs hervorrufen.

Weltfremde Fahrzyklen

Besonders hoch seien die Emissionen dieser Motoren bei hohen Geschwindigkeiten. Gerd Lottsiepen vom VCD und Friedrich nahmen dies zum Anlass, die für eine Typzulassung vorgeschriebenen Fahrzyklen zu kritisieren, mit denen die Emissionen ermittelt werden. Sie stammten teilweise noch aus den 60er Jahren und seien weltfremd.

Lottsiepen sagte, die Umweltorganisationen begrüßten grundsätzlich die Motorentechnologie der Direkteinspritzung, weil sie zu deutlichen Effizienzgewinnen führe. Er gab sich zuversichtlich, dass die Autoindustrie sich diesem Anliegen nicht verschließen werde.

Um die bisher nur für Dieselautos geltenden Grenzwerte einzuhalten, müsse in die Benziner ein Filter eingebaut werden, der um die 100 Euro zusätzlich koste. Verglichen mit anderem Zubehör in den Autos, sei dies ein "Peanuts-Betrag".

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(apd/nbe)