Historische Fahrzeuge Diese Autos werden nun zu Oldtimern

Autos, die vor mindestens 30 Jahren erstmals zugelassen wurden, können das begehrte H-Kennzeichen erhalten. Ein Auszug der betroffenen Modelle.

 Die C-Klasse von Mercedes-Benz von 1993 hatte eine Innovation im Kompaktsegment parat: die Doppelquerlenkerachse.

Die C-Klasse von Mercedes-Benz von 1993 hatte eine Innovation im Kompaktsegment parat: die Doppelquerlenkerachse.

Foto: dpa-tmn/Mercedes-Benz AG

Günstige Kfz-Steuer, Einfahrt in die Umweltzone: Das Historien-Kennzeichen am Auto, kurz H-Kennzeichen, kann für Halter älterer Fahrzeuge Vorteile bringen. Ein Auto qualifiziert sich grundsätzlich dafür, wenn es vor 30 Jahren erstmals neu zugelassen wurde. Zudem muss es nach Angaben der Prüf-
organisation Dekra weitgehend im Originalzustand oder mit Originalteilen restauriert worden sein. Dafür ist ein Gutachten erforderlich, das nach Angaben des Tüv-Verbands je nach Aufwand zwischen 80 und 200 Euro kostet.

Genug der grauen Theorie. Hier kommen sieben populäre Aspiranten für 2023 mit Preisbeispielen vom Marktbeobachter Classic Data.

Mercedes C-Klasse

 Bestimmte Modelle des 911 Carrera Coupé (Typ 993) können ab diesem Jahr ein H-Kennzeichen bekommen.

Bestimmte Modelle des 911 Carrera Coupé (Typ 993) können ab diesem Jahr ein H-Kennzeichen bekommen.

Foto: dpa-tmn/Porsche

Die neue C-Klasse von 1993 setzte dank Doppelquerlenker-Vorderachse beim Fahrkomfort Maßstäbe im Segment. Die Serienausstattung war mit Fahrerairbag, Seitenaufprallschutz, ABS, Servolenkung, Zentralverriegelung und fünf Gängen umfangreich. Die Dieselmotoren mit neuer Vierventiltechnik setzten auf Sparsamkeit, versprachen aber keine sonderlichen Fahrleistungen. Dafür sorgte der C 36 AMG, der im Spätsommer 1993 für fast 100.000 D-Mark nachkam. Preisbeispiel: C 180, Limousine, 90 kW/122 PS, 1799 ccm, Erhaltungszustand 2: 4600 Euro (Zustand 3: 2500 Euro).

VW Golf GTI 16V

Unverwechselbare Knutschkugel mit Kulleraugenleuchten: Der erste Renault Twingo kam 1993 in den Handel.

Unverwechselbare Knutschkugel mit Kulleraugenleuchten: Der erste Renault Twingo kam 1993 in den Handel.

Foto: dpa-tmn/Renault

Spät im Jahr 1992 lief die Produktion der sportlichen Version des VW Golf III an. Doch in den Handel kam der rasante Kompakte mit Vierzylinder erst so richtig 1993 – mit bis zu 215 km/h Spitze. Später im Jahr kamen auch das auf dem Golf III basierende Cabrio und der erste Kombi (Variant) zu den Kunden. Preisbeispiel: Golf III GTi 16V, Dreitürer, 1984 ccm, 110 kW/150 PS, Erhaltungszustand 2: 7600 Euro (Zustand 3: 4900 Euro).

Honda Accord

(fünfte Generation)

Das Mittelklassemodell Accord kam 1993 zunächst als Stufenheck-Limousine mit kräftigen 2.0- und 2.2-Liter-Benzinern in die Showrooms. Für die Kraftübersetzung sorgte ein Fünfgang-Getriebe; auf Wunsch gab es eine Viergang-Automatik. Preisbeispiel: Accord, Limousine, 96 kW/130 PS, 1997 ccm, Erhaltungszustand 2: 2400 Euro (Zustand 3: 1500 Euro).

Porsche 911 (993)

Als letzter Elfer mit klassisch luft- statt fortan wassergekühltem Boxermotor fuhr die vierte Generation des Sportwagenklassikers vor. Schon der Einstiegs-Elfer der neuen Baureihe fuhr in 5,6 Sekunden auf Tempo 100 zügig – 270 km/h Topspeed. Preisbeispiel: 911 Carrera, Coupé, 200 kW/272 PS, 3600 ccm, Erhaltungszustand 2: 72.300 Euro (Zustand 3: 47.700 Euro).

Renault Twingo I

Kleinstwagen oder Minivan? Jedenfalls war der Twingo bei seinem Debüt mit Kulleraugenscheinwerfern und weichen Formen erfrischend neu im Design. Auch die inneren Werte überzeugten – allem voran die zu einer Art Liegefläche umklappbaren Sitze. Aber auch die digitale Cockpit-
anzeige und nicht zuletzt seine technische Robustheit, die ihm Oldtimer-Experten attestieren. Präsentiert wurde der kleine Klassiker 1992 auf dem Pariser Salon, in den Handel kam er 1993 mit einem 40 kW/55 PS leistenden Vierzylinder-Benziner. Preisbeispiel: Twingo, Dreitürer, 40 kW/54 PS, 1239 ccm, Erhaltungszustand 2: 2300 Euro (Zustand 3: 1200 Euro)

Ferrari 456 GT

Vom Automobildesigner Pinin-
farina gestaltet, glitzerte der 2+2-Sitzer 1992 auf dem Pariser Autosalon. Im Folgejahr gab es ihn zu kaufen. Wie beim italienischen Sportwagenbauer Tradition, wurde auch beim neuen Coupé der Name vom Hubraum eines einzelnen Zylinders abgeleitet, der bei 456 ccm lag. Der 5,5-Liter V12 katapultierte die 1,7-Tonnen-Flunder in 5,2 Sekunden auf Tempo 100. Maximaltempo: über 300 km/h. Preisbeispiel: 456 GT, 2+2-Sitzer, 325 kW/442 PS 5474 ccm, Erhaltungszustand 2: 52.700 Euro (Zustand 3: 41.300 Euro).

Jaguar XJ 12

Mit einem Zwölfzylinder-Motor bestückt, stellte Jaguar im Frühjahr 1993 sein neues Spitzenmodell mit verchromtem Kühlergrill in den Fahrtwind. Wie für den britischen Hersteller von Luxuskarossen zu jener Zeit typisch, war neben dem feinen Federungskomfort ab Werk vieles an Bord. Über die Hinterachse angetrieben düste die Luxuslimousine mit Lederinterieur in 7,4 Sekunden auf 100 und bis zu maximal 250 km/h. Preisbeispiel: XJ 12 6.0, Limousine, 229 kW/311 PS, 5993 ccm, Erhaltungszustand 2: 13.600 Euro (Zustand 3: 7900 Euro).

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