Sauberer Prius zu klein?: Dienstwagen-Debatte entzweit Köln

Sauberer Prius zu klein?: Dienstwagen-Debatte entzweit Köln

Köln (RP). In Köln dreht sich derzeit eine Menge um folgende Frage: Ist ein Dienstwagen mit vier Zylindern und 136 PS für einen städtischen Repräsentanten wirklich unangemessen? Die Debatte entzweit die politischen Lager.

Der schnittige Viertürer gilt als das umweltfreundlichste Auto seiner Klasse. Er verbraucht nur 3,9-Liter Benzin, der CO2-Ausstoß liegt bei 89 Gramm pro Kilometer. Fachzeitschriften finden den Toyota-Prius spitze. Bei den Bürgermeistern im Kölner Rathaus gehen die Meinungen über den Hybrid-Wagen auseinander. Ist das Öko-Modell dienstwagentauglich?

In der Domstadt gibt es vier ehrenamtliche Bürgermeister, die OB Jürgen Roters (SPD) vertreten. Sie werden derzeit im Spitzenmodell von Toyota, dem Lexus, chauffiert. Das hatte der frühere OB Fritz Schramma nach einer Japanreise durchgesetzt. Der Deutschlandsitz von Toyota ist Köln.

Angela Spitzig, seit zehn Jahren Bürgermeisterin der Grünen, waren die hohen Verbrauchswerte des Lexus unangenehm aufgefallen. Nun hat sie den Wechsel auf den Prius vorgeschlagen. "Köln ist in einer schweren Finanzlage, also sollten wir ein Zeichen setzen", sagt Spitzig.

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Das findet ihre Kollegin von der SPD, Elfi Scho-Antwerpes, im Prinzip auch. Sie will aber nicht, dass sich einer der Fahrer, ein Zweimetermann, in den Wagen quetschen muss. Die Sozialdemokratin rät zu einem Ford oder Audi. Auch die Bürgermeister von CDU und FDP wollen lieber nicht zwischen ihren Terminen in einem Wagen der Golf-Klasse unterwegs sein. Der "repräsentative Charakter" sei ein Kriterium bei der Auswahl des Dienstwagens, heißt es.

Die Grüne Spitzig hat dafür kein Verständnis. Sie sei oft mit Bussen und Bahnen oder mit dem Rad unterwegs, erklärt die Bürgermeisterin. Es komme darauf an, dass man in einem Dienstwagen gut sitzen und arbeiten kann, sagt die Politikerin: "Die Größe von Schnauze und Heck interessieren mich nicht." In den nächsten Wochen will OB Roters, der einen Ford Mondeo fährt, die Frage entscheiden.

Die Toyota-Kritiker hoffen, dass Roters die Erfahrungen von Kölns Sozialdezernentin Marlis Bredehorts mit berücksichtigt. Die Grüne ist seit zwei Jahren in einem Prius unterwegs. "Meinen Fahrer hält man auch eher für meinen Mann", sagt die Beigeordnete. "Weil man in einem solchen Wagen keinen Fahrer vermutet."

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(RP)