Automechanika in Frankfurt: Die Alternative zur IAA

Automechanika in Frankfurt : Die Alternative zur IAA

Frankfurt (RP). "Automechanika” heißt die weltweit größte Fachmesse für Handwerk und Zulieferer rund um das Auto. Statt toller Modelle gibt es hier viel neue Technik. Die Messe läuft noch bis zum 21. September.

Da haben die Wolfsburger tatsächlich eine durchsichtige Revolution auf den Markt gebracht: die V-Protector Lackschutzfolie, die auf der noch bis Sonntag geöffneten Automechanika den Innovation Award 2008 erhielt. Mit dieser transprenten Folie hat VW einen Schutz entwickelt, der leicht aufzukleben ist und auch nach Jahren ohne Rückstände auf dem Lack entfernt werden kann.

Die transparente Folie wird formgenau für zahlreiche VW-Modelle geliefert ­ sie bewahrt den empfindlichen Lack vor Steinschlag und Rost, unschönen Parkremplern und Kratzern, die beim Beladen entstehen können. Dieser Beitrag zum Werterhalt des Fahrzeuges wird derzeit besonders intensiv von den großen Leasing-Gesellschaften und Autovermietungen geprüft.

Nur eines von vielen Beispielen auf dieser ursprünglich als Ersatz für die IAA ins Leben gerufenen Messe. Die zeigt, dass es neben geschwungenem Blech und attraktiven Modellen auch außerhalb der Show-Rooms eine Menge Neuigkeiten gibt, die durchaus den Endverbraucher erreichen sollten.

Seit 1972 im Wechsel

Vor dem Rundgang durch die Hallen eine kurze Erinnerung an die Geschichte der Automechanika: Als der Verband der Deutschen Automobil-Industrie im Januar 1971 die Frankfurter IAA für dieses Jahr aus Kostengründen absagte, wurde kurzfristig die Automechanika "aus dem Hut gezogen”. Statt der Hersteller trugen die Verbände des Kraftfahrzeug-Handwerks sowie das Tankstellen- und Garagengewerbe Kosten und Risiko.

Mit Erfolg, denn seit 1972 wechseln sich die IAA und die "Mechanika” ab ­ und mit zuletzt 4600 Ausstellern ist das Geburtstagskind zur weltweit größten Fachmesse in diesem Segment gewachsen. Zwar nur für Fachbesucher geöffnet, gibt es hier durchaus Entwicklungen, die bald im Straßenverkehr zu sehen sind.

Mit der Kombination Auto und Freizeit befasst sich die schwedische Firma Thule: In Frankfurt zeigt der Hersteller von Dach-Boxen den weltweit ersten Behälter, der sich nach der Fahrt zusammenfalten und im Kofferraum transportieren lässt ­ immerhin wird mit solch einer Box im Wind auch der Verbrauch gesteigert. Den Falt-Kasten mit dem Namen "Ranger” gibt es in zwei Größen mit sieben oder zehn Kilogramm Eigengewicht ­ die empfohlenen Preise liegen bei 229 und 299 Euro.

Rückwärtige Fahrradträger

Ebenfalls von Thule stammt der rückwärtige Fahrradträger für Personenwagen, die keine Anhängerkupplung haben. Der neue "EuroClick” (320 Euro) wird am Fahrgestell des jeweiligen Autos befestigt ­- ebenso wie der "EuroPower” (429 Euro), ein spezieller Heckträger für elektrisch angetriebene Fahrräder ­ die zum Teil deutlich schwerer als herkömmliche Drahtesel sind.

Trotz aller Trends in Richtung Elektro-Auto: Das Unternehmen Gilbarco-Veeder glaubt weiter an die Zukunft der Zapfsäule und macht auf der Automechanika in Frankfurt einen futuristischen Vorschlag. Es bleibt zwar bei den Zapf-Pistolen (die unter Fachleuten Ventile genannt werden) -­ aber auf einem großen Farbmonitor sind die Anzeigen für Literzahl und Preis eher kleiner geworden. Im Mittelpunkt steht stattdessen die Möglichkeit, dem nachfüllenden Autofahrer Werbefilme zu präsentieren. Gezahlt wird dann auch an der Säule -­ zumindest sind die Möglichkeiten für Scheckkarte und PIN-Eingabe bei dieser neuen Säule bereits integriert.

Sparen vor dem Fahren

Mit dem Sparen vor dem Fahren hat sich das Mönchengladbacher Unternehmen Autostyling Seehase beschäftigt -­ und präsentiert auf der Automechanika ein Komplett-Programm zum Vorwärmen von Fahrzeugen. Weil ein warmer Motor weniger Treibstoff verbraucht, bietet Seehase einen elektrischen Motorvorwärmer an -­ zusätzlich hilft eine neue Heizlüfter-Generation im Fahrzeug-Innenraum, das leidige Eis-Kratzen im Winter zu verhindern.

Mit einem Mini-Kontaktsystem plus Kabelsatz kann diese Winterhilfe über Nacht von der Garage oder dem Carport sofort mit dem Stromnetz verbunden werden. Und für wirklich kalte Nächte gibt es noch den Tank-Wärmer. Der Preis für dieses Komplett-Angebot beginnt jenseits von 200 Euro, dazu kommt der Einbau.

Handwerkliche Fähigkeiten zeigt auch der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) auf der Messe: Der Mitbegründer der Automechanika präsentiert einen gepanzerten VW Touareg, dessen Insassen einen Beschuss und die Zündung einer Fünf-Kilo-Bombe zwar lädiert, aber sicher überstanden hätten. Das Auto gehört mit dieser Ausrüstung in die "Präsidenten-Schutzklasse”.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Neuheiten der Automechanika 2008