Wettbewerb für Öko-Autos: Deutsches Elektro-Dreirad geht ins Rennen

Wettbewerb für Öko-Autos: Deutsches Elektro-Dreirad geht ins Rennen

Düsseldorf (RPO). Ein Fahrzeugbauer aus Hessen ist der einzige deutsche Teilnehmer im Wettbewerb "Automotive X-Prize". Der internationale Wettbewerb für Öko-Fahrzeuge winkt mit Preisgeldern von insgesamt 10 Millionen Dollar. Das deutsche Team schickt sein Elektro-Dreirad "TW4XP" ins Rennen.

"TW4XP" ist nur der vorläufige Name des kleinen Öko-Flitzers und heißt "Three Wheeler for X Prize", also Dreirad für den Wettbewerb "X-Prize". In der Kategorie für zweisitzige "alternative Fahrzeuge" mit nebeneinander angeordneten Sitzen winkt dem Team bei dem Wettbewerb ein mögliches Preisgeld von 2,5 Millionen Dollar.

Parallel zur Entwicklung des Prototypen sucht die Entwickler-Firma E-mobile Motors GmbH aus dem hessischen Rosenthal auf ihrer Website nach einem schöneren Namen für das Dreirad — für die spätere Serienfertigung. Es soll Ende 2010 Serienreife erlangt haben und "eine Alternative zu den heute üblichen Autos" bieten, so der Hersteller. Eine Stückzahl von 10.000 wird angestrebt.

Serienreife angestrebt

Auf die Nähe zur Serienreife ist der "Automotive X-Prize" von vorn herein ausgelegt. Er soll die Entwicklung von modernen und schadstoffarmen Fahrzeugen beschleunigen. Damit der Wettbewerb heute schon alltagstaugliche Fahrzeuge hervorbringt, werden unter anderem strenge Anforderungen an Geschwindigkeit, Reichweite, Komfort aber auch Sicherheit und Verbrauch gestellt.

So steht den Entwicklern zwar die Wahl des Antriebes frei, die teilnehmenden Fahrzeuge müssen jedoch mit dem Energieinhalt einer Gallone Sprit ganze 100 Meilen zurücklegen können. Das entspricht einem Verbrauch von ca. 2,35 Litern auf 100 Kilometer. Diesen Energieverbrauch wird der "TW4XP" sogar unterbieten, wenn es nach seinen Entwicklern geht.

Fahrfähigkeitsnachweis im März

Der Prototyp für den Wettbewerb befindet sich derzeit im Stadium der Hochzeit, das heißt, die Antriebseinheit wird ins Fahrgestell eingesetzt. Dann müssen die Konstrukteure bis zum 30. März per Video den Beweis erbringen, dass ihr Dreirad auch wirklich fährt.

Der dreirädrige "TW4XP" soll weniger ein Auto darstellen, als vielmehr eine leichte und sparsame neue Fahrzeugklasse definieren. Entsprechend nimmt das Team beim "Automotive X-Prize" in der Klasse für "alternative Fahrzeuge" teil. Es gibt derzeit noch 15 Mitbewerber.

Schnell und leicht

Der kleine Flitzer soll über 130 km/h schnell fahren und mehr als 160 Kilometer Reichweite haben. Der Elektromotor, der im Heck montiert ist, soll eine Nennleistung von 17 kW erbringen. Zielgewicht beim Wettbewerbsfahrzeug sind 450 Kilogramm. Neben dem Elektro-Antrieb soll das Dreirad auch mit Pedalen ausgestattet werden. Mit diesen kann man während der Fahrt die Akkus zusätzlich aufladen.

Das 2,80 Meter lange, 1,50 Meter breite und nur 1,40 Meter flache Dreirad hebt sich auch optisch hervor. Drei Räder reichen dem Zweisitzer, eingestiegen wird durch eine zentrale Haube, die sich nach oben öffnet.

Der weitere Wettbewerb

Ab Ende April werden die Fahrzeuge in den USA auf Herz und Nieren bei verschiedenen Renn-Läufen getestet. Im Juli folgen dann die Wertungsläufe der verschiedenen Klassen. Wer das große Rennen für sich entscheidet, muss dann im August noch die technische Überprüfung überstehen. Im September 2010 stehen dann die Gewinner fest.

Bereits die Teilnahme an dem Wettbewerb und so weit gekommen zu sein, sei eine Ehre, sagt Projekt-Sprecherin Barbara Wilms. "Das ist ein bisschen wie Olympia." Die Chancen, sogar zu gewinnen, seien nicht schlecht. Doch die spätere Marktreife des Fahrzeugs stehe im Vordergrund der Bemühungen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Elektro-Studie TW4XP

(qui)