Erste Testfahrt im neuen Beetle: Der Nachfolger einer deutschen Legende

Erste Testfahrt im neuen Beetle : Der Nachfolger einer deutschen Legende

Düsseldorf (RPO). Er wird in Mexiko gebaut, hat in den USA seinen wichtigsten Markt und ist doch der Nachfolger des vielleicht deutschesten aller Autos: Mit dem Beetle will VW das Thema "modernes Auto mit historischem Bezug" erfolgreich angehen. Verkauftstart ist im Oktober.

Denn der New Beetle war mit 1,15 Millionen verkauften Fahrzeugen kein Erfolg, auch wenn man das in Wolfsburg anders sehen will. Der Neue könnte dagegen die hochgesteckten Erwartungen erfüllen. Nach Deutschland kommt der Beetle ab Oktober, mit zunächst fünf Motorisierungen und zu Preisen ab 16.950 Euro.

Dynamischer und moderner: So lässt sich die Silhouette des Beetle auf den Punkt bringen. Im Vergleich zum Vorgänger ist der Viersitzer 15,2 Zentimeter länger, 8,4 Zentimeter breiter und 1,2 Zentimeter flacher geworden. Durch die neuen Maße verläuft das Dach weniger kuppelförmig als noch beim New Beetle.

Breitere Spur

Die Frontscheibe steht steiler, die Motorhaube fällt länger aus. Der längere Radstand (plus 2,2 Zentimeter) und die breitere Spur (plus 6,3 Zentimeter vorne, plus 4,9 Zentimeter hinten) schaffen Platz und lassen die Räder stärker an die Ecken des Fahrzeugs rücken.

Das schafft unter anderem Platz für einen echten Kofferraum (310 Liter), der sich hinter einer rekordverdächtig langen und hoch aufschwingenden Hecktüre verbirgt. Die vier Passagiere sitzen recht bequem, wenn auch die im Fond zunächst an den Vordersitzen vorbei steigen müssen. Denn der Beetle ist wieder ein Zweitürer geworden, was schöner aussieht, aber naturgemäß praktische Schwächen mit sich bringt.

Ampelspurt und Autobahnfahrten

Unser "New Käfer" war in auffälligem rot lackiert und mit der zur Testfahrt einzig verfügbaren Motorisierung versehen, dem 2,0-Liter-Benziner mit 147 kW/200 PS, also dem GTI-Motor. Entsprechend zügig erledigt der Beetle mit diesem Aggregat unter der Haube auch Dinge wie den Ampelspurt und längere Autobahnfahrten.

Zum deutschen Marktstart im Oktober, die Amerikaner sind sogar noch einen Monat früher dran, werden fünf Motoren zur Verfügung stehen: ein 1.2 TSI mit 77 kW/105 PS, vermutlich die Volumenvariante bei uns, ein 1,4-Liter TSI mit 118 kW/160 PS und ein 2,0-Liter mit 147 kW/200 PS sowie als Diesel der 1,6-Liter mit 77 kW/105 PS und der 2,0-Liter mit 103 kW/140 PS.

Verbrauch von 4,3 Litern

Wenige Monate nach Marktstart wird es noch vor Jahresende auch Bluemotion-Modelle geben (1.2 TSI und 1.6 TDI). Mit Start-Stopp-System und Rekuperation (Rückgewinnung von Bremsenergie) kommt der Diesel dann auf einen offiziellen Verbrauch von 4,3 Liter, entsprechend 112 Gramm CO2 je Kilometer.

Grundsätzlich gibt es beim Beetle wie bei anderen VW-Modellen drei Ausstattungsvarianten, nur heißen sie hier nicht Trendline sondern Beetle (Basis), Design oder Sport. Die mittlere Ausstattung sollte es schon sein, denn nur dann gibt es Leichtmetallräder (16 Zoll), Alu- und Chromleisten oder in Wagenfarbe lackierte Außenspiegelgehäuse und Türgriffe.

Für die zweite Jahreshälfte 2012 hat VW dann das Cabriolet angekündigt. Es soll sich einen größeren Anteil als bisher an den Verkäufen sichern. Und klar ist auch, dass es schon recht bald weitere Motorisierungen geben wird, darunter ganz sicher auch eine besonders sportliche RS-Version, die bis zu 250 PS leisten könnte.

(SP-X)