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Ölkonzerne wehren sich gegen Kritik: Benzinpreis klettert erneut auf Rekordhoch

Ölkonzerne wehren sich gegen Kritik : Benzinpreis klettert erneut auf Rekordhoch

Die Benzinpreise sind erneut auf einen Höchststand geklettert. Im bundesweiten Mittel kostete Super E10 am Dienstag 1,692 Euro, wie der ADAC am Mittwoch auf Nachfrage mitteilte.

Das war derselbe Preis wie beim Allzeithoch am vergangenen Samstag. Diesel erreichte mit 1,540 Euro sogar eine neue Höchstmarke. Bisher hatte der ADAC diese für den 22. März dieses Jahres berechnet. Damals kostete Diesel 1,539 Euro.

Wie so oft in der Ferienzeit entflammt das Thema auch den politischen Streit neu. Während Politiker und Autoclubs den Mineralölkonzernen Abzocke und Preisabsprachen vorwerfen, verweist die Branche auf hohe Ölpreise, den schwachen Euro und die höhere Nachfrage. An den Preisen dürfte die Debatte wie in den vergangenen Jahren aber nichts ändern.

"Es wird nicht abgezockt, sondern in Deutschland haben wir vor Steuern ungefähr die niedrigsten Preise in ganz Europa. Das heißt, hier ist harter Wettbewerb", sagte der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Klaus Picard, dem Nachrichtensender N24.

Die Branche verweist zudem auf die in den Ferien höhere Nachfrage. Aus Sicht von Aral, Shell oder Esso zeigen die vielen Preisänderungen, manchmal mehrfach am Tag, dass der scharfe Wettbewerb unter den Anbietern auch funktioniert.

Die Rohölpreise erreichten am Dienstag unterdessen die höchsten Werte seit über drei Monaten. Händler nannten als Ursache die jüngste Zuspitzung der Lage im Nahen Osten, nachdem die USA erstmals mit einem Militärschlag gegen Syrien gedroht haben.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Oktober-Lieferung kostete zuletzt 115,17 US-Dollar. Das waren 1,47 Dollar mehr als am Montag. Ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate zur Lieferung im September verteuerte sich um 1,29 Dollar auf 97,55 Dollar.

Doch nicht nur Autofahrer stöhnen. Der teure Diesel macht auch den Transportunternehmen zu schaffen. Bei vielen Speditionen machten die Ausgaben für Treibstoff bereits 25 bis 30 Prozent der Gesamtkosten aus. "Wir haben keine andere Chance, als das auch an unsere Kunden weiter zu geben", sagte der Vize-Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung, Adolf Zobel. Am Ende könnten so die Verbraucher nicht nur an der Zapfsäule, sondern auch im Supermarkt die Spritpreise zu spüren bekommen.

Große Hoffnungen auf eine Änderung der Lage macht sich der Verband nicht. Auch von einer Beschränkung der Zahl der Preiserhöhungen wie in Österreich verspricht sich Zobel nicht viel. "Das hilft ja nicht gegen steigende Preise, sondern höchstens gegen die vielen Schwankungen."

Die Firmen müssten diese Rahmendaten in ihre Planungen einbeziehen und mit den Preisen kalkulieren. Angesichts der schrumpfenden Ölvorräte werde der Preis auch für Kraftstoffe langfristig weiter steigen, erwartet er.

Hier geht es zur Infostrecke: 2012: Top 10 des deutschen Tankstellenmarkts

(APD)