Trotz fallender Ölpreise: Benzin wird wieder deutlich teurer

Trotz fallender Ölpreise : Benzin wird wieder deutlich teurer

München (RPO). Autofahrer müssen trotz fallender Ölpreise wieder tiefer in die Tasche greifen. Der Liter Superbenzin verteuerte sich innerhalb der vergangenen Woche und knapp drei Cent auf durchschnittlich 1,50 Euro.

Der Preis für Diesel-Kraftstoff kletterte demnach um 0,5 Cent in die Höhe und liegt im Schnitt bei knapp 1,38 Euro, teilte der ADAC am Mittwoch in München mit. Noch vor einer Woche hatte das Fass Rohöl (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent über 100 US-Dollar gekostet. Am Mittwoch lag der Preis an der Londoner Rohstoffbörse bei knapp 92 Dollar je Barrel.

Angesichts der fallenden Ölpreise sei das Benzin an den Tankstellen "extrem überteuert", erklärte der ADAC. Ein Vergleich der Spritpreise im Oktober 2007 mit den derzeitigen Kosten zeige, dass die Autofahrer rund zehn Cent mehr je Liter Benzin zahlen müssten als noch vor knapp einem Jahr. Damals seien sowohl der Ölpreis als auch der Dollar-Kurs auf einem ähnlichen Niveau gewesen wie heute. Die derzeit hohen Preise an den Tankstelle seien deswegen "durch nichts zu rechtfertigen", erklärte der ADAC. Die Ölkonzerne müssten deswegen "den dramatisch gefallenen Ölpreis unverzüglich an die Autofahrer über deutlich niedrigere Kraftstoffpreise" weitergeben, hieß es.

Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) wies die Vorwürfe des ADAC zurück. "Die Senkung der Einkaufskosten ist voll an die Verbraucher weitergegeben worden", erklärte MWV-Sprecherin Barbara Meyer-Buckow. Der Benzinpreis an den Tankstellen bestehe zum größten Teil aus Steuern. Beim gegenwärtigen Preis von rund 1,50 Euro pro Liter mache der Steueranteil 89 Cent aus, erklärte der MWV. Der Gewinn der Ölkonzerne betrage pro Liter Benzin durchschnittlich lediglich zwischen einem halben und einem Cent.

(afp)