Millionen Pkw-Modelle zurückgerufen: Auf was Toyota-Besitzer nun achten müssen

Millionen Pkw-Modelle zurückgerufen : Auf was Toyota-Besitzer nun achten müssen

Aufgrund verschiedener Fehler muss der japanische Autohersteller Toyota 6,5 Millionen Autos in die Werkstätten zurückrufen. Betroffen davon sind allein in Deutschland 92.000 Fahrzeuge. Wir erklären, auf was man als Betroffener nun achten muss.

Wie viele Fahrzeuge sind genau betroffen? Toyota zufolge sind in Deutschland genau 92.338 Fahrzeuge betroffen, in ganz Europa sind es rund 825.000. Weltweit seien es 6,58 Millionen. Toyota in Japan gab die Zahl der weltweiten Rückrufe mit 6,39 Millionen an. Demnach müssen die meisten Autos in Nordamerika in die Werkstätten, nämlich 2,3 Millionen.

Welche Modelle sind betroffen? Weltweit gibt es technische Probleme bei 27 Modellen. In Deutschland sind vier Modelle betroffen: Bei den Modellen Yaris und Urban Cruiser, die von Januar 2005 bis August 2010 gebaut wurden, könne es Probleme mit den Vordersitz-Schienen oder mit einem Befestigungspunkt der Lenksäule geben. Bei den Modellen RAV4 und Hilux aus dem Produktionszeitraum Juni 2004 bis Dezember 2010 könne es zu einem Bruch im Fahrzeugkabelbaum kommen.

Welche Mängel können genau auftreten? - Lose Lenksäule: Bei den von Juni 2005 bis Juni 2009 produzierten Exemplaren des Kleinwagens Yaris und des SUVs Urban Cruiser kann eine von insgesamt drei Befestigungsstellen der Lenksäule brechen, erklärte ein Toyota-Sprecher. Wenn das passiere, fühle sich die Lenkung schwammig an und könne auch knarzen, wenn der Fahrer am Lenkrad dreht. Das Auto bleibe aber trotzdem steuerbar, betonte der Sprecher.

- Wackelnder Sitz: Yaris und Urban Cruiser aus dem Produktionszeitraum Juni 2005 bis Mai 2010 betrifft ein zweites Problem. An einer der beiden Schienen, auf denen jeweils die Vordersitze befestigt sind, kann der Einrastmechanismus für die Sitzverstellung brechen. Der Sitz wird dann etwas wackelig, kann aber laut Toyota nicht unvermittelt nach vorne oder hinten verrutschen.

- Kabelbruch: Beim Geländewagen RAV4 und dem Pick-up Hilux kann ein Kabel in der Lenksäule durch die Lenkradbewegungen durchscheuern. Den Unternehmensangaben nach fällt dieser Defekt dadurch auf, dass die Airbag-Warnleuchte im Cockpit aufblinkt - der Airbag ist dann nicht mehr aktiv. Betroffen sind Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum Juni 2004 bis Dezember 2010.

Was passiert in der Werkstatt? Beim Werkstattaufenthalt werden die jeweils betroffenen Bauteile überprüft und wenn nötig ausgetauscht. Das dauere je nach Modell eine halbe Stunde bis maximal vier Stunden und sei für die Fahrzeughalter kostenlos, wie Toyota Deutschland erklärte.

Was war das Problem bei vorangegangenen Rückrufen von Toyoyta? Im Oktober 2012 hatte Toyota rund 7,5 Millionen Autos wegen Problemen beim elektrischen Fensterheber zurückrufen müssen. Und zwischen 2009 und 2011 musste Toyota rund zwölf Millionen Autos weltweit zurückrufen, nachdem Probleme mit klemmenden Gaspedalen mehrere tödliche Unfälle verursacht hatten. Toyota erklärte damals, dass sich rutschende Fußmatten mit den Pedalen verhaken könnten und der Fehler behoben sei. Dabei verschwieg der Autobauer der Öffentlichkeit und den Behörden aber, dass auch bei den Gaspedalen selbst ein Produktionsfehler festgestellt wurde.

Warum gibt es so viele Rückrufe? Die Autoindustrie ist weltweit auf Wachstumskurs. Immer mehr gleiche Bauteile, eine höhere technische Komplexität und schnellere Entwicklungszyklen steigern aber das Risiko der Hersteller für Rückrufe - dies hatte eine im März vorgestellte Untersuchung des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach ergeben. So seien alleine in den USA im vergangenen Jahr mehr als 20,5 Millionen Pkw in die Werkstätten zurückbeordert worden - fünf Millionen mehr als im Jahr zuvor.

Auch GM hat Probleme Derzeit ist in den USA General Motors im Visier der Behörden, weil der Konzern mit einer Rückrufaktion zu lange gewartet haben soll. Bei mehreren Modellen aus den Jahren 2003 bis 2007 kann der Zündschlüssel während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten. Dies führte dazu, dass Servolenkung und Bremskraftverstärker ausfielen und sich Airbags bei Unfällen nicht öffneten. Laut General Motors könnte dieser Defekt für 32 Unfälle mit 13 Toten verantwortlich gewesen sein.

(csr)
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