Wetterfühlige Helfer: Assistenzsysteme anfällig für Starkregen

Wetterfühlige Helfer : Assistenzsysteme anfällig für Starkregen

Moderne Assistenzsysteme sollen Autofahrer und -insassen in brenzligen Situationen schützen. Doch gerade wenn die Bedingungen besonders ungemütlich sind, etwa bei Starkregen im dichten Autobahnverkehr, ist Vorsicht geboten.

"Alle Systeme, die auf freie Sicht angewiesen sind, können bei starkem Regen, aber auch bei Nebel ausfallen", sagt Achmed Leser vom TÜV Thüringen.

Anfällig seien etwa adaptive Tempomaten, die selbstständig den Abstand zum Vordermann einhalten, Notbrems- oder Spurhalteassistenten, die den Fahrer vor unbeabsichtigtem Verlassen der Fahrspur warnen. Alle modernen Assistenten seien allerdings so ausgelegt, dass der Fahrer bei einem Ausfall gewarnt wird.

"Die Systeme müssen schon aus rechtlichen Gründen jegliche Art von Störung sinnfällig anzeigen", erläutert Leser. Als Fahrer müsse man immer davon ausgehen, dass es Störungen geben kann.

Assistenzsysteme, die die Umgebung mit Kameras und per Radar abtasten, seien zwar weniger anfällig, doch auch sie könnten bei extremen Witterungsbedingungen keine einwandfreie Funktion gewährleisten. "Sobald die Sensoren unplausible Signale liefern, schalten sich die Assistenten ab", sagt Leser.

Ein Radar reagiere auf Stoffe mit elektrischer Leitfähigkeit und könne bei extremem Starkregen unter Umständen Fahrzeuge nicht immer trennscharf von der Umgebung unterscheiden. Das gelte bei schlechter Sicht auch für Kameras.

Doch nicht nur deshalb dürfe man sich insbesondere bei schlechten Wetterverhältnissen nicht blind auf die elektronischen Helfer verlassen. "Ob mit oder ohne Assistent, die Gesetze der Physik lassen sich nicht außer Kraft setzen", warnt Leser.

Insofern sei der kürzest mögliche Bremsweg immer durch die konkreten Straßenverhältnisse definiert. "Deshalb darf man auch mit Assistent nicht 150 km/h fahren, wenn die Verhältnisse das nicht zulassen."

(dpa)
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