ADAC-Manipulationen: Autokonzerne geben 40 "Gelbe Engel" zurück

ADAC-Manipulationen : Autokonzerne geben 40 "Gelbe Engel" zurück

Die Autohersteller BMW, Daimler und Volkswagen ziehen Konsequenzen aus den Manipulationen beim ADAC-Autopreis. Sie wollen insgesamt 40 "Gelbe Engel" zurückgeben.

Allein BMW kündigte die Rückgabe von zehn Gelben Engeln an. "Durch die nun nachgewiesenen Manipulationen bei der Stimmenauswertung hat der 'Gelbe Engel' des ADAC seine Glaubwürdigkeit verloren", sagte ein BMW-Sprecher der "Bild am Sonntag".

Ähnlich sieht es bei Volkswagen aus: "Es handelt sich um 19 erste Preise und weitere Auszeichnungen, die in den nächsten Tagen dem ADAC zugestellt werden", sagte Peter Thul, Leiter Produktkommunikation bei Volkswagen dem Blatt. Daimler wolle elf Preise an den ADAC zurück geben, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen Sprecher.

Bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen hatte es massive Manipulationen gegeben. Laut einer Untersuchung der Wirtschaftsprüfergesellschaft Deloitte wurde bei der Wahl zum Lieblingsauto 2014 nicht nur die Teilnehmerzahl manipuliert, sondern auch die Rangfolge der Modelle. Es gebe zudem "klare Anhaltspunkte" dafür, dass ähnliche Veränderungen auch in den Vorjahren vorgenommen worden seien.

ADAC-Präsident Peter Meyer war zuvor am Montag von seinem Amt zurückgetreten. Der 64-Jährige legte mit sofortiger Wirkung sein Amt nieder. Er kam damit seiner Suspendierung zuvor - die hatte das Präsidium zuvor angesichts der "erschütternden Ergebnisse der aktuellen Krisenaufarbeitung" beschlossen, wie der Verein mitteilte.

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Meyer war seit 2001 Präsident des Autoclubs. Hintergrund des Rückzugs ist unter anderem die Fälschung von Zahlen beim ADAC-Autopreis. Meyer bleibt aber weiter an der Spitze seines Regionalclubs Nordrhein.

Nach den Manipulationen und anderen Vorwürfen mahnte Verbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD) weitere Konsequenzen bei dem mit rund 19 Millionen Mitgliedern größten Autofahrer-Club in Europa an. "Dieser Rücktritt wird allein nicht ausreichen", erklärte Maas in Berlin.

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(AFP)
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