ADFC-Umfrage Das sind die fahrradfreundlichsten Städte in Deutschland

Berlin · In den meisten deutschen Städten fehlen gut ausgebaute Fahrradwege, Radfahrer fühlen sich vielerorts unsicher. Der ADFC hat in einer Umfrage die fahrradfreundlichsten Städte ermittelt. Das sind die Sieger.

 Radfahrer fahren durch die Bremer Innenstadt.

Radfahrer fahren durch die Bremer Innenstadt.

Foto: dpa/Sina Schuldt

Deutschland hat den Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) erneut nur mit „ausreichend“ bestanden. Die rund 245.000 Teilnehmenden an der nicht repräsentativen ADFC-Umfrage stellten dem Land mit Blick auf die Fahrradfreundlichkeit lediglich die Note 3,96 aus, wie der Verein am Montag mitteilte. Seit dem vorigen Fahrradklimatest vor zwei Jahren hat sich die Stimmung damit tendenziell sogar verschlechtert (damaliges Ergebnis: 3,93). „Grundsätzlich werden die Menschen nicht zufriedener, sondern unglücklicher. Sie haben weniger Spaß beim Fahrradfahren“, sagte die politische Bundesgeschäftsführerin des ADFC, Ann-Kathrin Schneider.

Auch die Großstädte haben weiterhin Nachholbedarf, wie aus den Ergebnissen der Umfrage hervorgeht, die der ADFC alle zwei Jahre durchführt, um die fahrradfreundlichsten Städte und Gemeinden in Deutschland zu küren. Viele Radfahrer und Radfahrerinnen fühlen sich unsicher. Sie kritisieren zu schmale Radwege, zu viele auf Radstreifen parkende Autos sowie Unfallgefahren an Baustellen.

Dennoch lasse sich vor allem in den großen Städten ein leichter Aufwärtstrend bei der Radfreundlichkeit feststellen. Das Unsicherheitsgefühl nehme eher ab. Radfahrer und Radfahrerinnen seien selbstbewusster geworden und würden zunehmend als Verkehrsteilnehmer akzeptiert. Das Fahrradklima verbessere sich, sagte Schneider.

Anders sehe es hingegen im ländlichen Raum aus. „Dort gibt es leider Nachholbedarf, der ländliche Raum ist unser Sorgenkind“, sagte Schneider. Viele Menschen setzten dort inzwischen aufs Pedelec. Die E-Fahrräder ermöglichten ihnen, auch weite Entfernungen zurückzulegen. Doch die Infrastruktur stoße da schnell an ihre Grenzen. „Dafür brauchen wir Lückenschlüsse“, sagte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) am Montag. Wenn auf dem Land eine Lücke in der Fahrradinfrastruktur ein Sicherheitsrisiko darstelle, sei das ein Ausschlusskriterium für die gesamte Strecke. „Das muss man ändern“, forderte der Minister. Er verwies auf die verstetigten Fördermittel des Bundes für den Ausbau der Radinfrastruktur in den Kommunen.

Die fahrradfreundlichsten Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern

  1. Bremen (Note 3,6)
  2. Frankfurt am Main (3,6)
  3. Hannover (3,6)

Die fahrradfreundlichsten Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern

  1. Münster (Note 3,0)
  2. Karlsruhe (3,1)
  3. Freiburg im Breisgau (3,1)

Die fahrradfreundlichsten Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern

  1. Erlangen (Note 3,2)
  2. Göttingen (3,5)
  3. Darmstadt (3,6)

Die fahrradfreundlichsten Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern

  1. Nordhorn (Note 2,8)
  2. Bocholt (3,1)
  3. Tübingen (3,1)

Die fahrradfreundlichsten Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern

  1. Baunatal (Note 2,5)
  2. Meckenheim (2,6)
  3. Coesfeld (3,0)

Die fahrradfreundlichsten Städte mit weniger als 20.000 Einwohnern

  1. Wettringen (Note 2,0) bekommt außerdem den Sonderpreis in der Kategorie „Radfahren im ländlichen Raum“
  2. Reken (2,4)
  3. Rutesheim (2,5)

Die Sieger in der Kategorie „Aufholer“

  • Köln (von 4,4 auf 4,2) (Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern)
  • Bonn (von 4,2 auf 3,8) (Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern)
  • Koblenz (von 4,7 auf 4,3) (Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern)
  • Landshut (von 4,2 auf 3,9) (Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern)
  • Bad Honnef (von 4,5 auf 3,6) (Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern)
  • Neuenkirchen im Kreis Steinfurt (von 3,4 auf 2,9) (Städte mit weniger als 20.000 Einwohnern)

Damit bei der nicht repräsentativen Umfrage des ADFC fundierte Ergebnisse erzielt werden könnten, müssen pro Stadt mindestens 50, bei größeren Städten ab 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern mindestens 75 und bei Städten ab 200.000 Bewohnern wenigstens 100 Leute mitgemacht haben.

(mba/dpa)
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