Eurobike 2019: E-Bikes, Lastenräder und Bike-Sharing

Trends von der Eurobike 2019 : E-Bikes, Lastenräder und Bike-Sharing

Auf der Messe Eurobike dreht sich alles - das lässt der Name schon erahnen - ums Fahrrad, egal mit E-Motor oder ohne. E-Bikes verkaufen sich zwar weiterhin prächtig, doch auch viele andere Neuheiten zeigen sich in Friedrichshafen.

E-Bikes boomen. Für das Gesamtjahr 2019 rechnet die Branche laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) mit einem Zuwachs von rund 12 Prozent. Gute Startbedingungen also für die diesjährige Eurobike (4. bis 7. September), wo neben den Elektrofahrrädern auch urbane Mobilität eine große Rolle spielt.

Mehr als 1400 Aussteller aus 60 Ländern wollen in Friedrichshafen ihre Neuheiten zeigen. 150 Newcomer unter den Ausstellern sind für die Messe ein Beleg für die gegenwärtige Aufbruchsstimmung im Fahrrad- und Mobilitätsmarkt. „Die Bandbreite des Produktangebots auf der Eurobike ist weltweit einzigartig“, sagt Eurobike-Projektleiter Dirk Heidrich.

An den ersten drei Messetagen ist das Fachpublikum unter sich. Nachdem der Publikumstag im letzten Jahr ausfiel, werden alle interessierten Radfahrfans in diesem Jahr am Samstag (7. September) zum Festival-Day eingeladen.

Räder teilen und fahren lassen

Mit Blick auf künftige Mobilitätsanforderungen stehen auch Bike-Sharing und Fahrradleasing verstärkt im Fokus der weltweiten Messe. Sharea heißt ein neues Konzept, das die Händlergenossenschaft ZEG auf der Eurobike erstmals vorstellt. Die namensgebenden Begriffe „Share“ und „Area“ beschreiben die Intention der Betreiber größerer Wohnanlagen, die ihren Mietern künftig ein in den Wohnraum integriertes E-Mobilitätsangebot anbieten möchten.

Auch im Alter mobil bleiben und nicht aufs Radfahren verzichten müssen? Rikschas können dafür sorgen, dass Menschen, die nicht mehr selbst am Straßenverkehr teilnehmen können, sich trotzdem den Fahrtwind um die Nase wehen lassen dürfen. Das Chat von Van Raam soll leicht zu manövrieren sein und kann auch rückwärts gefahren werden. Ein Fenster im Sonnendach verbessert die Sicht für den Fahrer.

Lastenesel - Cargobikes bleiben im Trend

Die Anzahl der Aussteller von Lastenrädern hat sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. Klein, platzsparend und als praktikable Erleichterung für den Alltag präsentiert sich zum Beispiel das Steps von E-Muli. Das will insbesondere auch durch seinen faltbaren Korb, seine schlichte Designsprache und die Integration des neuen Shimano-Antriebs überzeugen.

Seinen Lastenanhänger Cargo hat der Anhängerspezialist Croozer überarbeitet. Der Aluminiumrahmen ist trotz einer stabilen Bodenplatte mit einem Gewicht von acht Kilo sehr leicht – bei einer möglichen Gesamtzuladung von 40 Kilogramm.

Tretroller - es muss nicht immer elektrisch sein

Sie sind in aller Munde - und polarisieren: E-Scooter. Auch sie finden auf der Eurobike zunehmend Raum. Dank seiner großen Räder verspricht der AER 557 Adult Electric Scooter von AER Electric Company ein vergleichsweise sicheres Handling. Aber auch die stabile Rahmenkonstruktion soll für mehr Fahrdynamik sorgen.

Es geht aber auch unmotorisiert: Mit schwarzem Rahmen und weißer Gabel kommt der Joker von Puky daher. Ein moderner Tretroller, mit dem sich die Firma aus Wülfrath auch an Erwachsene richtet. Mit luftbereiften 16-Zoll-Rädern soll der Joker gute Fahreigenschaften bieten. Sicherheit vermitteln zwei V-Bremsen und die rutschfest beschichtete Trittfläche des tiefen Aluminium-Rahmens. „Schön, dass sich Hersteller um motorlos rollende Menschen kümmern“, meint David Koßmann vom Pressedienst-Fahrrad.

Neue Renner - fürs Gelände und die Straße

Neues gibt es auch für sportlich ambitionierte Fahrer. Die Frage „Mountainbike oder Rennrad?“ beantwortet Niner Bikes ganz neu mit dem MCR 9 RDO. Das Multitalent kombiniert die Merkmale eines Full Suspension-Mountainbikes mit einem Rennlenker und dem Handling eines Gravelbikes. Kein Tabu mehr ist ein Extra-Boost im Rennradbereich. Im Kiaro Pmax von Simplon steckt ein minimalistischer Leichtlaufmotor am Hinterrad und ein nicht erkennbarer Akku im Unterrohr – und es wiegt nicht einmal elf Kilo.

Mit Blick auf die Nachhaltigkeit der verwendeten Materialien will das individuelle Holzfahrrad E-Tour Diamant von My Esel punkten. Das zeigt nicht nur eine spezielle, sehr reduzierte Optik, sondern ist dank der mit biometrischen Daten gefütterten Software genau auf die Anatomie des Fahrers zugeschnitten.

Besser sehen und besser aussehen - neues Zubehör

Als smarter Retter in der Not kann der Tectal Race SPIN NFC lebenswichtige Dienste leisten. Dieser Helm von POC, der sich bereits bei der Bergrettung bewährt hat, liefert den Rettungskräften die wichtigsten medizinischen Daten des Unfallopfers per RFID-Chip, der direkt vor Ort ausgelesen werden kann.

Für 2020 hat Busch & Müller das Innenleben seines Frontscheinwerfers IQ-X deutlich überarbeitet, der ein viermal helleres Tagfahrlicht bekommen hat. „Fahrräder ziehen auf Augenhöhe mit Pkws, erfahren so eine gewisse Gleichstellung und bieten dem Radfahrer entsprechend mehr Sicherheit“, äußert sich Sebastian Göttling von Busch & Müller.

Der Wechsel zwischen Tag- und Nachtbeleuchtung erfolgt beim IQ-X selbsttägig mithilfe der Fotozellensensorik – ein Tunnel, eine Tiefgarage oder ein Gewitterhimmel können das Umschalten auch schon auslösen. Das Einschalten des Tagfahrlichts erfolgt mit acht Sekunden Verzögerung, damit es nicht etwa von nachts entgegenkommenden oder überholenden Autos verursacht wird.

Eine leidige Sache: Nach dem Ritt durchs Gelände ist das geliebte Fahrrad meist arg verschmutzt und gar nicht mehr so hübsch anzuschauen. Sauberkeit immer und überall soll die mobile Fahrrad-Dusche OC 3 Plus von Kärcher bieten. Sie ist modular aufgebaut, hat einen eigenen Akku und der Wassertank reicht für die erste Reinigung. Da weicht man dem Matsch auch gerne mal nicht aus.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Eurobike 2019 - das sind die Neuheiten bei E-Bikes, Cargobikes, Zubehör & Co.

(csr/dpa)
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