Eurobike 2018 - E-Bikes, E-Rennräder Cargobikes & Co - Neuheiten der Fahrradmesse

Eurobike 2018 : Cargobikes, E-Rennräder, E-Bikes - Neuheiten der weltgrößten Fahrradmesse

Lieferräder für echte Kraftakte, intelligente Helme, E-Rennräder und Reifen ohne Luft: Auf der Messe Eurobike präsentieren Hersteller ihre Neuheiten. Was sticht heraus?

Das Fahrrad wird zum Lieferwagen auf drei Rädern: 17 Bierkisten oder bis zu 300 Kilogramm Zuladung können Lieferdienste und Handwerker mit dem „Tender 1500 Pick-up“ emissionsfrei und komfortabel durch die City bewegen.

Das mit einem Bosch-Motor angetriebene Bike des Amsterdamer Lastenfahrrad-Spezialisten Urban Arrow ist eine der Neuheiten, die auf der diesjährigen Eurobike in Friedrichshafen gezeigt werden. Die weltgrößte Fahrradmesse ist in diesem Jahr vom 8. bis 10. Juli - nur für Fachbesucher - geöffnet.

Trotz einer Ladefläche von 107 mal 155 Zentimetern und einem 250 Liter großen Laderaum ist der „Tender“ einen halben Meter schmaler und nur 15 Zentimeter länger als ein Smart. Die Kosten: rund 10 000 Euro. Für etwa 4000 Euro gibt es den „Urban Arrow Shorty“, ein Fahrrad für den wöchentlichen Familiengroßeinkauf.

Neben Sport- und Cargobikes unterschiedlicher Ausrichtung stehen neue Antriebssysteme und Batterietechnologien im Mittelpunkt der 27. Eurobike. „Im Eiltempo jagt im Bereich E-Mobility eine Innovation die nächste“, sagt Eurobike-Projektleiter Dirk Heinrich. Mittlerweile sei fast jede Radgattung in einer elektrifizierten Version erhältlich. Auch Digitalisierung, Konnektivität, Big Data und Flotten-Management machten vor dem E-Bike-Sektor nicht Halt.

Unter dem Motto „Alle Informationen auf Augenhöhe“ wird das „Head-Up Display USEE“ der Heidelberger Firma Momes als Weltneuheit präsentiert. Das Display für den Helm ermöglicht Fahrradfahrern, sowohl Leistungsdaten, als auch die Navigation und andere Informationen in Echtzeit zu überwachen. „Dank der Durchsicht-Technologie bleibt die Konzentration trotzdem auf der Straße“, sagt Eliska Mastrakova, Beauftragte für Marketing & Sales bei Momes. „Als kleines Extra können die Daten per Bluetooth zu jedem Smartphone und jeder Sportuhr übertragen werden.“

Ein sportlicher E-Tiefeinsteiger mit Vollfederung ist das „Homage“ von Riese & Müller. „Ein alltagstaugliches E-Cityrad mit den Fahreigenschaften eines Mountainbikes“, urteilt Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad (pd-f). Zu haben ist das Rad für 5000 Euro.

Dank optimierter Vorderradfederung in Kombination mit der aktiven Hinterradschwinge und einem mitfedernden Gepäckträger sei ein rückenschonender Fahrkomfort und ein sicheres Fahrgefühl auch bei hohen Geschwindigkeiten möglich. Der Akku ist im Rahmen integriert und nach oben entnehmbar. Optional ist auch eine Dual-Battery-Lösung für eine erhöhte Reichweite erhältlich.

Ein Rennrad mit elektrischem Rückenwind? Nach wie vor eine Gretchen-Frage, die sportlich ambitionierte Fahrer unterschiedlich beantworten. Zu den Highlights in diesem Segment zählt das „Cento1 Hybrid SL“ der italienischen Marke Wilier Triestina. Ein High-End E-Rennrad, das gerade einmal 9,9 Kilo wiegt - ein Leichtgewicht. Stylisch und gleichzeitig ein wenig retro kommt das Cooper „E Disc“ daher. Mit seinem Carbon-Riemenantrieb entstehen keine Ölflecken mehr. Ausgestattet ist das Bike mit hydraulischen Shimano-Bremsen, 250-Watt-Zehus-Nabenmotor und einem klassischen Stahlrahmen.

Nachhaltigkeit ist ein Thema auf der Eurobike, auch in Sachen Kleidung. Beim Shirt „Essence Jersey“ von Craft werden laut Hersteller durch den Färbeprozess mit Lösungsfarbstoff, der schon während des Spinnens hinzugefügt wird, 75 Prozent Wasser, 67 Prozent Chemikalien und 39 Prozent Energie gespart.

Der Helm „Altona“ von Alpina verformt sich dank Wabenstruktur aus Koroyd beim Aufprall und verteilt die Energie des Stoßes flächig, um den Schlag abzumildern. Dank des bruchfesten Visiers wird der Helm gleichzeitig zu einer Brille, die sich automatisch abdunkelt. Platz bleibt hinter dem Visier aber auch für zusätzliche optische Brillen.

Nie wieder aufpumpen und ohne Platten zur Arbeit: Das soll der „Airless“-Reifen von Schwalbe möglich machen, da er komplett ohne Luft auskommt. Statt des herkömmlichen Butyl-Kautschuk-Schlauches mit Ventil kommt hier expandiertes, thermoplastisches Polyurethan (E-TPU) zum Einsatz, das in Tausenden kleinen Kügelchen angeordnet ist. Das Material sei auch unter dem Namen „Infinergy“ bekannt und werde in Sohlen von Laufschuhen verwendet, erklärt Fehlau. Dank seiner Rückstellkraft wirke es nicht nur federnd, sondern könne auch Energie zurückgewinnen. Im Fahrradreifen fahre sich E-TPU wie ungefähr 3,5 bar Luftdruck. Ein Reifen kostet 84 Euro, er ist im Fachhandel zu montieren.

Wer lieber auf Luftreifen setzt, hat mit der automatischen Luftpumpe „Elumatik“ von M-Wave eine Hilfe zur Hand. Sie ist elektrisch und erinnert optisch an eine handelsübliche Powerbank, doch statt Strom liefert sie Druckluft. Maximal sind 7 Bar möglich. Aufgeladen wird per USB-Anschluss. Die Pumpe kostet 99 Euro, ist mit allen gängigen Ventilen kompatibel und gehört im Sektor Komponenten, Accessoires und Zubehör zu den Trendsettern auf der Eurobike 2018.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Eurobike 2018 - das sind die Neuheiten bei E-Bikes, Cargobikes, Zubehör & Co.

(csr/dpa)
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