E-Bikes: Fahrradbranche zeigt Modelle für 2019 mit elektronischen Funktionen

Apps unterstützen E-Bikes : Fahrradfahren wird smarter

Die Trends der Branche zeigen: Das Fahrrad der Zukunft ist digital. Nicht nur beim E-Bike lassen sich immer mehr Funktionen elektronisch bedienen. Motoren werden vielfältiger, Akkus haben mehr Effizienz.

Ein paar Wochen dauert es noch, aber der Frühling wird kommen – und mit ihm startet die neue Fahrradsaison. Mobilität und Energieeffizienz stehen in der Fahrradindustrie hoch auf der Agenda. Und nicht nur das E-Bike wird immer smarter: Fahrradfahren wird in Zukunft digital, so lautet zumindest die Kernbotschaft der neuen Entwicklungen auf dem Markt, die der Pressedienst Fahrrad in Köln vorgestellt hat.

Eine Weltneuheit in der Fahrradindustrie ist die Schaltung per Funk: Der Hersteller Sram hat Funkschaltungen bereits für das Rennrad entwickelt und die „Eagle AXS“-Schaltgruppe jetzt auf das Mountainbike übertragen. Damit kann der Radfahrer nun auch im Gelände kabellos schalten. Auch die Sattelhöhe lässt sich während der Fahrt reaktionsschnell ganz einfach per Funk verstellen – beide Funktionen lassen sich auf einer App individuell anpassen. Das Fahrradgestänge wird also von sämtlichen Leitungen befreit. Gunnar Fehlau, Geschäftsführer der Pressedienst Fahrrad GmbH, glaubt, dass sich am Fahrrad der Zukunft sämtliche Komponenten elektronisch bedienen lassen. „Nur bei der Bremstechnik wird sich diese Entwicklung noch hinziehen“, sagt er.

Schlüssel abgebrochen oder verloren? Auch das ist bald ein Problem von gestern: Das neue Bügelschloss „SmartX“ vom Hersteller Abus funktioniert schlüssellos und lässt sich per App entriegeln. Wenn mehrfach an dem Schloss gerüttelt wird, ohne es zu öffnen, schlägt es sogar Alarm. Und dank GPS lässt sich zumindest das Schloss verfolgen, sollte es zusammen mit dem Fahrrad gestohlen worden sein.

Die E-Bike-Technik wird weiter optimiert, zum Beispiel bei Mountainbikes und Rennrädern, der jüngsten motorisierten Gattung. „Die Motoren werden immer vielfältiger“, sagt Fehlau. „Für jedes Fahrgefühl werden neue Antriebssysteme entwickelt.“ Von sportlich bis komfortabel: Neben der Motorkraft zählt auch ein kapazitätsstarker Akku, zum Beispiel mit 630 Kilowattstunden im neuen Panasonic-Motor „GXo“, der dem E-Mountainbike „Uproc 7 4.10“ der Marke Flyer Antrieb verleiht.

Die Fahrradindustrie schafft auch neue Lösungen für ein altes Problem beim Faltrad: Beim „Brompton electric“-Rad wird der Akku in einer separaten Tasche untergebracht, die an das Fahrrad einfach angeklickt werden kann. Neu sind auch Rucksäcke, die für den Transport der Akkus entwickelt wurden, der im Inneren gesichert werden kann. Für motorisierte Fahrräder gibt es eine ganze Reihe neuer Reifen, die besser rollen und nicht so leicht wegrutschen. Für E-Mountainbikes werden künftig Reifenpaare unterschiedlichen Profils angeboten, mit kleinerem, breitem Reifen hinten und größerem, schmalerem Reifen vorne.

Andere Neuheiten sind praktische Gepäckträgertaschen, die sich in Rucksäcke verwandeln lassen, oder das kleinste legale Rücklicht „q“. „Früher hatten Kinder alle das gleiche Rad der Marke Puky“, sagt Fehlau. Auch diese Zeiten sollen vorbei sein: „Die Elterngeneration ist selbst mit Mountainbikes großgeworden. Kinderräder werden daher cooler, das Angebot vielfältiger“, sagt der Experte. Für die Alterklassen der Fünf- bis Elfjährigen gibt es kindgerechte Fahrräder aus den Bereichen Geländesport oder BMX. Puky hat mit dem „Pukymoto“ für Einjährige eine Mischung aus Bobbycar und Laufrad entwickelt – und für die Älteren gibt es ein „cooleres“ Design von der Schwesternmarke „Eightshot“. Gunnar Fehlau ist sich sicher: „Es gibt für jeden das passende Fahrrad – man muss es nur finden.“

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