ADFC-Fahrradklima: Fahrradfreundliche Städte - Münster, Bocholt und Reken vorn

ADFC-Fahrradklima-Test: Fahrradfreundliche Städte - NRW vorne dabei

Der Fahrradklima-Test des ADFC bewertet, wie fahrradfreundlich die deutschen Städte sind. Ergebnis: In drei von vier Kategorien liegt eine NRW-Stadt ganz vorn. Auch bei den stärksten Aufholern ist das bevölkerungsreichste Bundesland gut vertreten.

Wenig überraschend dürfte sein, das Münster weiterhin die fahrradfreundlichste deutsche Großstadt ist. Aber die Stadt verliert seit Jahren in der Gunst der Zweiradnutzer (Note 1,88 im Jahr 2003, jetzt 3,07). Schuld daran sind laut Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) die inzwischen überforderte Infrastruktur und steigende Unfallzahlen.

Der ADFC führt jährlich den Fahrradklima-Test durch, eine Onlinebefragung, an der diesmal 120.000 Menschen teilgenommen haben. Insgesamt 539 Städte schafften es am Ende in das Ranking.

Das ist unterteilt in vier Gruppen: Städte unter 50.000 Einwohner, mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern, mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern und schließlich mit mehr als 200.000 Einwohnern.

Die jeweils ersten drei Plätze in den Gruppen wurden wie folgt vergeben:

Über 200.000 Einwohner (Gruppe 1)

100.000 — 200.000 Einwohner (Gruppe 2)

50.000 — 100.000 Einwohner (Gruppe 3)

Unter 50.000 Einwohner (Gruppe 4)

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Gegenüber dem Test des Vorjahres konnten folgende Städte die meisten Plätze gut machen:

Nordrhein-Westfalen kann mit vielen Top-Platzierungen glänzen, so landet Reken mit der Bestnote 1,88 auf dem ersten Platz. Doch auch die rote Laterne steht in NRW: Hagen ist mit der Durchschnittsbewertung 4,72 Schlusslicht in Deutschland.

Das "Fahrradklima" insgesamt - also die wahrgenommene Fahrradfreundlichkeit deutscher Städte und Gemeinden - habe sich, sagt der ADFC, seit der letzten Umfrage 2014 leicht verschlechtert und liegt nun bei 3,81 (2014: 3,74).

Die meisten Teilnehmer der Befragung sind zwar zufrieden mit der Erreichbarkeit der jeweiligen Innenstädte per Rad (Note: befriedigend plus), doch sind viele auch genervt, vor allem von Baustellen oder Falschparkern auf Radwegen, ungeeigneten Ampelschaltungen und zu schmalen Radwegen. Ein Problem in fast allen Städten ist der massenhafte Diebstahl von Fahrrädern.

Einige Städte konnten sich durch leicht umzusetzende Maßnahmen leicht verbessern, dazu gehörten etwa die Öffnung von Einbahnstraßen oder ein Winterdienst auf Radwegen.

Am wichtigsten sind den Umfrageteilnehmern das Sicherheitsgefühl beim Radfahren, die Breite und Qualität der Radwege sowie die zügige Erreichbarkeit von Zielen. Gerade bei diesen wichtigen Aspekten ist der Gesamttrend negativ.

"Deutsche Städte brauchen deutlich mehr Platz und Geld für den Radverkehr", fordert ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork. Nötig seien Pro-Kopf-Investitionen von 30 Euro pro Jahr. "In Deutschland liegen wir fast überall deutlich unter fünf Euro und malen schmale Streifen auf die Straße."

>>>Alle Ergebnisse der einzelnen Städte finden Sie hier

(csr)