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Weißwurst mit Wasabi: Probefahrt im Toyota Verso mit BMW-Motor

Probefahrt im Toyota Verso 1.6 D-4D mit BMW-Motor : Weißwurst mit Wasabi

Manchmal schmecken auch ungewöhnliche Kompositionen, Schokolade mit Chili zum Beispiel. Jetzt soll auch bayrische Weißwurst mit japanischem Wasabi munden – zumindest im übertragenem Sinne: Toyota lässt künftig den Kompakt-Van Verso auch mit einem BMW-Motor antreiben.

Manchmal schmecken auch ungewöhnliche Kompositionen, Schokolade mit Chili zum Beispiel. Jetzt soll auch bayrische Weißwurst mit japanischem Wasabi munden — zumindest im übertragenem Sinne: Toyota lässt künftig den Kompakt-Van Verso auch mit einem BMW-Motor antreiben.

Nach nur einem knappen Jahr frischt Toyota seinen 2009 vorgestellten und 2013 überarbeiteten Kompaktvan Verso erneut auf.

Drehte sich vor zwölf Monaten fast alles um die Optik, steht diesmal ein aus der Kooperation mit BMW stammendes Dieselaggregat im Mittelpunkt. Das 1,6-Liter-Aggregat mit 82 kW/112 PS ersetzt den bislang angebotenen 2,0-Liter mit 91 kW/124 PS und ist ab Mitte März erhältlich.

Preislich bleibt alles beim Alten. Mindestens 23.550 Euro rufen die Japaner für den Einstiegsselbstzünder auf. Zum Trost für die Preisstabilität trotz des reduzierten PS-Angebots gibt es noch einige Extras: Ein Reifenluftdruckkontroll-System gehört nun zum Serienumfang. Das Multimedia-System wurde überarbeitet sowie das Interieur leicht aufgefrischt, außerdem sind neue Außenfarben und Felgen im Programm.

Eine Kooperation zwischen Toyota und BMW hinsichtlich Technik- und Motorenaustausch macht es möglich: Das neue 1,6-Liter große Triebwerk — es kommt unter anderem im 1er und Mini zum Einsatz - liefern die Münchner zu, im Gegenzug helfen die Japaner mit Tipps zur Hybridtechnik weiter. Toyota kann also auf eine teure Eigenentwicklung verzichten, ist doch der Dieselabsatzmarkt für Pkw auf Europa beschränkt, für einen weltweitagierenden Hersteller wie Toyota sind die Selbstzünder also eher ein Nischengeschäft.

Die Zeiten, da nichts über Hubraum ging — es sei denn noch mehr Hubraum — sind weitgehend vorbei. Kleine Motoren sind sowohl bei Benzinern als auch Dieseln gefragt. Das Downsizing beim Hubraum soll vor allem beim Verbrauch durchschlagen. Das neue, D-4D genannte Triebwerk (Direkteinspritzung 4-Takt-Diesel) ist 20 Kilogramm leichter und verbraucht mit durchschnittlich 4,5 Litern (CO2-Ausstoß: 119 g/km) fast einen halben Liter weniger als sein Vorgänger.

Möglich wurde die Verbrauchsreduzierung auch durch den Einsatz einer Start-Stopp-Automatik, zum ersten Mal verrichtet nun ein solches System seinen Dienst im Verso. Die künftige Abgasnorm Euro 6 erreicht das Triebwerk noch nicht. Vermutlich wird diese mit dem nächsten Modellwechsel 2015 oder -16 umgesetzt. Für den Einsatz im Kompaktvan wurde das Triebwerk modifiziert — sozusagen ein Klecks Wasabi zur Weißwurst gefügt - und an das Toyota eigene Sechsgang-Getriebe angepasst. Eine Automatik ist jedoch nicht erhältlich.

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Und wie fährt sich nun ein Familienvan mit 112 PS? Gar nicht übel, vorausgesetzt man ist sich bewusst, dass der Motor nicht zu schnellen Hetzfahrten taugt. So gelingt der Standardspurt in 12,7 Sekunden, bei Tempo 185 endet der Beschleunigungsdrang. Sein maximales Drehmoment von 270 Nm ist auch nicht überwältigend, immerhin ist es den Ingenieuren gelungen, die gleichmäßige Kraftentfaltung zwischen 1.750 und bis über 3.000 Umdrehungen aufrechtzuerhalten.

So wirkt das Aggregat selten angestrengt — zumindest so lange, wie man nur zu zweit und ohne große Zuladung unterwegs ist und man leises Gebrummel ignoriert. Plant man Familienausflüge mit dem als Fünf- oder Siebensitzer (Aufpreis 650 Euro) erhältlichen Van, ist sicherlich eine geduldige Reiseeinstellung von Vorteil. Toyota rechnet übrigens damit, dass sich rund 40 Prozent der deutschen Käufer für diesen Motor entscheidet.

Insgesamt hat Toyota für den Verso fünf Motorisierungen sowie drei Ausstattungslinien im Angebot. Oberhalb des neuen 1,6-Liter-Diesel steht wie gehabt der 2.2 zur Wahl. Er wird in zwei Leistungsstufen mit 110 kW/150 und 130 kW/177 PS (jeweils ab 28.700 Euro) offeriert. Ein 1,6-Liter Benziner mit 97 kW/132 PS (ab 21.200 Euro) sowie ein 1,8-Liter-Ottomotor mit 108 kW/147 PS (ab 24.900 Euro) runden die Palette ab. Über 40 Prozent der Kunden in Deutschland entscheiden sich für den stärkeren Benziner.

Das Gros der Bestellungen fällt auf das mittlere Komfortniveau "Life". Hier sind unter anderem 16-Zoll-Felgen, Klimaautomatik, Klapptische für die zweite Sitzreihe sowie das über eine Rückfahrkamera und einen 6,1-Zoll-großen Touchscreen verfügende Multimedia-System Toyota Touch 2 an Bord.

Immer serienmäßig sind auch die drei Einzelsitze im Fond, sie lassen zugunsten von mehr Kniefreiheit oder Kofferraumvolumen in Längsrichtung verschieben. Schon in der Grundstellung fasst das Gepäckteil 484 Liter (Fünfsitzer), klappt man die Rücksitzlehnen um, sind es 1.740 Liter. Genug Platz also, um Weißwürste und Wasabi für Familienfeste zu laden.

Fünftüriger, fünf-oder siebensitziger Kompaktvan, Länge: 4,60 Meter, Breite: 1,79 Meter (2,03 Meter mit Außenspiegeln), Höhe: 1,62 Meter, Radstand: 2,78 Meter, Kofferraumvolumen: 484 bis 1.740 Liter (Siebensitzer: 178 bis 1.696 Liter)

Diesel 1,6-Liter, 82kW/112 PS, maximales Drehmoment: 270 Nm bei 1.750 bis 2.250 U/min, Vmax: 186 km/h, 0-100 km/h: 12,7 s, Durchschnittsverbrauch: 4,5 l/100 km, CO2-Ausstoß: 119 g/km Effizienzklasse: A (Siebensitzer Life:A+) Preis: ab 23.550 Euro

Hier geht es zur Bilderstrecke: Weißwurst mit Wasabi - der Toyota Verso mit BMW-Motor

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