1. Leben
  2. Auto

Elektro-Jaguar geht in Serie

Elektro-Jaguar geht in Serie

Die reichen PS-Liebhaber dieser Welt sind wie elektrisiert: Audi baut ihnen den R8 zum E-Tron um, Mercedes legt gerade letzte Hand an den elektrischen SLS, und Porsche lockt mit einem 918 Spyder, der weniger verbraucht als ein Kleinwagen und trotzdem die Nordschleife auf dem Nürburgring in 7:30 Minuten schafft. Und jetzt mischt auch Jaguar mit bei den Öko-Boliden. Denn binnen zweieinhalb Jahren wollen die Briten den erstmals im vergangenen Herbst in Paris gezeigten Supersportwagen C-X75 auf die Straße bringen.

Das hatten sie lange Zeit selbst gar nicht für möglich gehalten. Doch mittlerweile haben die Briten mit dem Formel-1-Stall von Frank Williams den richtigen Partner gefunden. "Der C-X75 erhielt bereits als Konzeptstudie extrem positive Kritiken", sagt Markenchef Adrian Hallmark. Jaguar prüfte die Serienfertigung und befand, dass sie sich rechnet – allerdings nur, wenn Kunden sehr tief in die Tasche greifen: Mindestens 800 000 Euro soll der Spitzensportler kosten, wenn er Ende 2013 in den Handel kommt. Kein Wunder, dass Jaguar die Produktion vorsichtshalber auf 250 Exemplare limitiert hat.

Auf dem Weg von der Showbühne auf die Straße wollen sich die Briten möglichst nahe ans Original halten. Auch deshalb haben sie Frank Williams ins Boot geholt, der sich nicht nur mit Kleinserien, sondern über die Formel 1 auch mit Hybrid-Technik und Karbon-Strukturen auskennt. Beides ist für den C-X75, der bis zum Start einen neuen Namen bekommt, fest eingeplant.

Nicht in die Serie schaffen es dagegen die beiden Gasturbinen hinter den Sitzen. Sie sollten bei der Studie als Range Extender arbeiten und bei leeren Akkus den Strom für die Elektromotoren erzeugen. Zwar halten die Briten an dieser Technologie fest und wollen sie mittelfristig in einem Auto einbauen. Aber um den Zeitrahmen nicht zu sprengen, muss der C-X75 darauf verzichten. Stattdessen wird er nach demselben Muster gestrickt wie der Porsche 918 Spyder. Auch dieser fährt mit zwei Elektromotoren, die aus einem an der Steckdose aufladbaren Akku mit genügend Kapazität für bis zu 50 Kilometer gespeist werden. Ist der Akku leer oder der Besitzer in Eile, startet zudem ein Verbrenner. Während Porsche dabei auf einen V8 setzt, plant Jaguar mit einem Williams-Vierzylinder, der vergleichsweise klein, aber dafür hoch aufgeladen ist und entsprechend viel Leistung bringt.

Wie stark der Antrieb einzeln oder gemeinsam ist, wollen die Briten noch nicht verraten. Zumindest die Fahrleistungen sind schon definiert: Den Spurt auf Tempo 100 soll der Wagen in weniger als drei Sekunden schaffen, und sein Ende soll der Geschwindigkeitsrausch erst jenseits von 320 km/h finden. Die spannendste Kenngröße ist allerdings der CO2-Ausstoß: Mit maximal 99 g/km oder umgerechnet 4,2 Litern Sprit auf 100 Kilometer liegt er auf dem Niveau eines Kleinwagens.

An der Technik und am Antrieb wird sich noch einiges ändern. Die Idealform hat Jaguar schon gefunden: "Wir waren immer davon überzeugt, dass der C-X75 auch mit Straßenzulassung noch genauso umwerfend aussehen würde wie die Studie", sagt Designchef Ian Callum. "Das wird nicht nur der feinste und technologisch ausgefeilteste Jaguar sein, den wir jemals gebaut haben. Sondern er wird in der Welt der Supersportwagen auch der Schönste sein."

(RP)