1. Kultur

Was beim Besuch der Buchmesse zu beachten ist

Unser Kulturtipp: ein Tagestripp zur Frankfurter Buchmesse : Die weltgrößte Bücherschau lockt wieder

In der kommenden Woche versucht die Buchmesse ihren Neustart. Diesmal dürfen vom 22. bis 24. Oktober an drei Tagen Besucher durch die Messehallen schlendern. Tickets gibt es nur für einen Tag und müssen online gebucht werden.

Keine Ahnung, wie es wird. Nur so viel steht fest: es dürfte eine der spannendsten Buchmessen werden, die uns in der kommenden Woche in Frankfurt erwartet. Nachdem in Leipzig die Buchmesse 2020 wie auch in diesem Jahr aus guten Gründen vor dem Virus kapitulierte und auch in Frankfurt nur eine Art Geistermesse möglich war, wollen alle in diesem Jahr soweit es eben geht und die Sicherheit erlaubt zur Normalität zurückkehren. Und so lautet das Motto der 73. Ausgabe: „Re:connect - Welcome back to Frankfurt“.

Das ist eine Nachricht, die Leser in vielen Ländern gerne hören. Denn Frankfurt ist nicht nur eine sehr alte Buchmesse, sie ist auch die mit Abstand größte weltweit – auch wenn sie in diesem Jahr noch ein weniger kleiner ist als früher: Immerhin wollen 1700 Aussteller aus 74 Ländern ihre neue Schmöker-Ware, außerdem haben 300 Autorinnen und Autoren ihr Erscheinen angekündigt. In Frankfurt werden aber nicht nur Bücher und Autoren präsentiert, sondern eben auch Übersetzungsrechte für Bestseller in Millionenhöhe „verhökert“. Und dieses ganze Spektakel rund ums Buch sollte man sich besser nicht entgehen lassen, zumal die Bahnverbindungen in die Hessen-Metropole extrem gut, das heißt extrem schnell sind und einen Tagestrip lohnend machen. Vom Düsseldorfer Hauptbahnhof aus braucht man bloß eineinhalb Stunden, um am Kopfbahnhof in Frankfurt anzukommen. Von dort sind es nur ein paar Straßenbahnstationen bis zum Messegelände.

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 Drei Dinge, die man beachten sollte:

Erstens: Die Öffnungszeiten für das Lesepublikum wurde in diesem Jahr auf drei Tage ausgeweitet – vom 22. bis 24. Oktober. Das Tagesticket kostet 20 Euro. Die Tickets müssen online gebucht werden, um die Kontaktverfolgung zu gewährleisten und werden nur für jeweils einen Tag vergeben.

Zweitens: Zutritt zur Buchmesse haben nur Besucher, die geimpft oder genesen sind. Alle anderen brauchen einen Test (3G).

Drittens: Die Sicherheit: Sechs Meter breite Gänge und größere Eingangsbereiche sollen helfen, Gedränge zu vermeiden. Es gilt Maskenpflicht, außer bei bestuhlten Veranstaltungen. Außerdem wurde die Zahl der Besucher auf 25.000 pro Tag begrenzt; zum Vergleich: 2019 waren insgesamt mehr als 300.000 Besucher nach Frankfurt gekommen.

 Und schließlich noch drei „Geheimtipps:

Erstens: Wer Autoren, Lizenzkäufer und andere Prominente des Betriebs außerhalb des Messegeländes sehen will, sollte zum edlen Frankfurter Hof pilgern. Dort tummelt sich in der Regel alles, was Rang und Namen hat. Und wer ins Foyer geht oder an einem der Tische vor dem Portal seinen Wein trinket, kann den aufgeregten Trubel der Literaturmacher verfolgen. Eine Übernachtung dort wird allerdings kostspielig: Einzelzimmer sind 450 Euro pro Nacht zu bekommen, die Präsidenten-Suite ab 3400 Euro.

Zweitens: Apropos Kosten: Das Essen auf dem Messegelände ist nicht günstig und das Angebot dürftig: Hot Dogs, Pommes usw. Für alle, die besser, günstiger und in netter Atmosphäre in der Innenstadt speisen und trinken möchte, sollte das Metropol Café aufsuchen, das gleich hinter der neu gebauten und ebenfalls sehenswerten Altstadt liegt und neben dem Frankfurter Dom.

Drittens: Und wer schon in der Innenstadt, sollte sich in der Nähe des Mainufers das mit Abstand schönste Museum der Welt besuchen (was zugegeben ein arg subjektives Urteil ist): das ist das Caricatura-Museum, dem witzigen wie originellen Ausstellungshaus. Hier gibt es nicht nur tolle Wechselausstellungen – noch bis zum 21. November ist dort „Greser & Lenz: Ein Vierteljahrhundert Witze für Deutschland“ zu sehen -, sondern auch einen Shop mit hunderten von grandiosen Postkarten der besten Karikaturisten. Das Haus ist nicht sonderlich und nach einer guten Stunde ist am skurrilsten Ort Hessens das meiste gesehen. Vor dem alten Haus steht eine Bronzefigur von Hans Traxler, die einen Elch zeigt und die mit dem berühmten Zitat des großen Lyrikers und Heine-Preisträgers Robert Gernhardt beschriftet ist: „Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.“

In diesem Sinne wünsche ich allen Frankfurt-Reisenden in der kommenden Woche viel Vergnügen, viele Lese-Erlebnisse und Entdeckungen.