Migrationspolitik in der Sprachkritik „Pushback“ ist unser Unwort des Jahres

Analyse | Marburg · Kein Corona-Ausdruck schaffte es diesmal zum Unwort des Jahres. Aus insgesamt 1308 Einsendungen entschied sich die Jury stattdessen für das englische Wort, mit dem das „zurückdrängen“ von Flüchtenden an Europas Grenzen verharmlosend dargestellt werde.

Unwort des Jahres: Das sind alle bisherigen Sieger seit 1991
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"Unwort des Jahres": Das sind alle Sieger

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Foto: dpa, Stephan Jansen

Diesmal hat es Corona nicht geschafft. Kein Begriff aus dem reichen Wortschatz unserer erregten Debatten rund um die Pandemie schaffte es auf das unrühmliche Siegertreppchen zum „Unwort des Jahres 2021“. Vielmehr fiel die Wahl auf „Pushback“. Ein englisches Wort also, das aus dem politischen Raum in unseren Sprachgebrauch gedrungen ist und dort nach Meinung der Jury in den Köpfen vieler Menschen ein falsches Meinungsbild erzeugt. Weil   „Pushback“ – es bedeutet „zurückdrängen“, „zurückschieben“ - das Agieren von Truppen beschreibt, die Flüchtende an europäischen Grenze zurückweisen und zum Teil massiv am Grenzübertritt hindern.