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Entscheidung in Bayreuth: Wagner-Halbschwestern übernehmen den Hügel

Entscheidung in Bayreuth : Wagner-Halbschwestern übernehmen den Hügel

Bayreuth (RPO). Die Überraschung am Hügel blieb aus. Der Stiftungsrat der Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele hat die Töchter des zurückgetretenen Intendanten Wolfgang Wagner, Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier, zur Nachfolge bestimmt.

Die Entscheidung fiel einstimmig bei zwei Enthaltungen, wie aus der Gesellschaft der Freunde Bayreuths verlautete. Mit einer endgültigen Entscheidung durch den Verwaltungsrat der Festspiel GmbH ist aber erst in einigen Wochen zu rechnen.

Die 30-jährige Katharina Wagner und ihre 63-jährige Halbschwester Eva Wagner-Pasquier waren als Favoritinnen in das Bewerbungsverfahren gegangen. Die Entscheidung für sie entspricht dem Wunsch ihres 89-jährigen Vaters, der zum 31. August von seinem Vertrag auf Lebenszeit zurückgetreten ist.

Am Montag erläuterten Katharina und Eva Wagner dem Stiftungsrat ihr gemeinsames Konzept für die neue Ära der Richard-Wagner-Festspiele auf dem Grünen Hügel. Über Inhalte wurde zunächst nichts bekannt.

Die Mitbewerber Nike Wagner und Gérard Mortier hatten sich eine Woche vor Bewerbungsschluss gemeldet. Sie plädierten für die Schaffung eines Beiprogramms zur Auseinandersetzung mit dem Werk Richard Wagners sowie für eine "zweite Saison", eine Veranstaltung mit Werkstatt-Charakter.

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Der Stiftungsrat hatte Eva Wagner-Pasquier bereits im März 2001 zur neuen Festspielleiterin bestimmt, aber Wolfgang Wagner war damals nicht bereit, für seine Tochter aus erster Ehe von seinem Intendantenvertrag auf Lebenszeit zurückzutreten. Er wollte damals seine zweite Frau Gudrun als Nachfolgerin durchsetzen; diese ist im November 2007 gestorben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier übernehmen Bayreuth

(ap)