Verwirrende Gefühle

Verwirrende Gefühle

Kinderfilm "Anne liebt Philipp"

Kann man sich im zarten Alter von zehn Jahren verlieben? Ja, das passiert durchaus, wie der frische norwegisch-deutsche Kinderfilm "Anne liebt Philipp" verrät. Dabei hat der Wildfang Anne gar keine typischen Mädchenthemen im Kopf. Schon als Fünfjährige spielte sie lieber Wikinger als Prinzessin. Und jetzt kraxelt sie gerne auf Bäume und misst sich mit dem älteren Bruder Ole im Armdrücken.

Ganz anders ihre beste Freundin Beate, die heimlich für einen Klassenkameraden schwärmt und hingebungsvoll schwülstige Romane verschlingt. Doch dann zieht Philipp in den Vorort und stürzt Anne in verwirrende Gefühle. Das Mädchen greift zu eigenwilligen Mitteln, um den Neuzugang in ihrer Klasse im nicht ganz fairen Kampf gegen die bildhübsche und ziemlich zickige Konkurrentin Ellen zu erobern.

Die Geschichte geht auf ein Kinderbuch der in Norwegen sehr populären Autorin Vigdis Hjort zurück. In Deutschland erschien der Band 1997 unter dem Titel "Tilla liebt Philipp", ist aber nur noch antiquarisch erhältlich. Die Regisseurin Anne Sewitsky und die Drehbuchautorin Kamilla Krogsveen haben daraus eine temperamentvolle, ideenreiche, für Jung und Alt vergnüglich anzuschauende Verfilmung gemacht. Die Gruppendynamik in der Schule und in der Familie kommt mit Augenzwinkern und doch sehr realistisch daher.

Für weiteren Schwung und optischen Reiz sorgen Annes Fantasien, etwa wenn sie sich ihre Schulfreunde in einer Fernsehshow vorstellt. Ziemlich gruselig hingegen wird eine Spukgeschichte gezeigt. Die ersinnt Ole und bringt so die Vorstellungskraft seiner Schwester auf Trab. Doch geht es letztendlich darum, sich selbst und andere zu verstehen und anzunehmen. lll

(RP)
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