Krefeld: US-Erben verlangen Mondrian-Bilder zurück

Krefeld: US-Erben verlangen Mondrian-Bilder zurück

Die Stadt Krefeld lehnt die Rückgabe von Kunstwerken aus dem Kaiser-Wilhelm-Museum ab.

Die Stadt Krefeld muss sich gegen Ansprüche aus den USA wehren. Verlangt wird die Rückgabe mehrerer Bilder des niederländischen Malers Piet Mondrian aus dem Bestand des Kaiser-Wilhelm-Museums. Mondrians Arbeiten erzielten auf Auktionen Preise von mehr als 50 Millionen US-Dollar.

Die Stadt räumt ein, dass die Herkunft der Werke Mondrians nicht eindeutig geklärt ist. Gleichwohl ist sie davon überzeugt, rechtmäßig in den Besitz der Bilder gekommen zu sein. Um das zu belegen, kündigte sie an, eine "aktuelle Provenienzuntersuchung einleiten" zu wollen und einen Experten mit der Forschung zu beauftragen.

Acht Werke seien im Jahr 1950 im Kaiser-Wilhelm-Museum aufgefunden worden. Es gibt Vermutungen, wonach sie im Jahre 1929 im Rahmen eines geplanten Ausstellungsprojektes nach Krefeld gekommen sein könnten. Einen Beweis hierfür gibt es allerdings nicht. Vier dieser Werke befinden sich bis heute im Besitz des Museums. Vier weitere Arbeiten wurden vom damaligen Museumsdirektor Paul Wember gegen Papierarbeiten der klassischen Moderne getauscht.

Sowohl Piet Mondrian selbst als auch sein Erbe Harry Holtzman, der 1987 verstarb, hätten zu Lebzeiten keine Ansprüche erhoben, teilte die Stadt Krefeld gestern mit. Dabei seien die Bilder keineswegs versteckt, sondern immer wieder öffentlich präsentiert worden, auch wurde über sie publiziert. Nun muss sich die Kommune mit Forderungen der Witwe Holtzmans und deren Kinder auseinandersetzen. Es liege an den Erben, den Nachweis zu führen, dass die Bilder ihnen als Eigentum zustehen, sagte ein Stadtsprecher.

In einer so genannten Expert Opinion, die vor einigen Wochen bei der Stadt Krefeld eingegangen ist, werde nun die Behauptung aufgestellt, dass die Mondrian-Werke seinerzeit veruntreut wurden. Des Weiteren soll dieser Sachverhalt über Jahrzehnte verschleiert worden sein. Für beide Behauptungen lägen nach umfassender rechtlicher Prüfung keine Beweise vor, erklärte die Stadt Krefeld. Der im Auftrag der Erben tätige Anwalt benenne weder Zeugen, noch lege er entsprechende Unterlagen vor. Für die Mondrian-Werke kann weder eine Leihe noch eine Verwahrung oder ein anderes Vertragsverhältnis belegt werden. "Vorwürfe der Veruntreuung gehen somit ins Leere", erklärte ein Stadtsprecher auf Anfrage unserer Redaktion.

Laut Rechtsabteilung der Stadt Krefeld benennen die Autoren selbst Anhaltspunkte dafür, dass die fraglichen Bilder auch als Schenkung ins Museum gelangt sein könnten. Demnach habe Mondrian regelmäßig Gemälde verschenkt, für die er seinerzeit keine Verwendung mehr hatte. Insofern liege der Gedanke nahe, dass er sie in den 1920er Jahren seinerzeit bewusst dem Kaiser-Wilhelm-Museum überlassen hat - und davon geht die Stadt Krefeld aus.

(sti)
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