Tschaikowskis "Pathétique" – famos aus Schweden

Tschaikowskis "Pathétique" – famos aus Schweden

Die 6. Symphonie h-moll von Pjotr Iljitsch Tschaikowski heißt nicht grundlos "Pathétique". Sie ist vermutlich das geplante Requiem des Komponisten. Aber jenseits aller Programmatik ist sie ein überkomplexes Meisterwerk, das Dirigenten nicht mit Schluchzern und Militanz zudröhnen dürfen. Die Neuaufnahme des Swedish Chamber Orchestra unter Thomas Dausgaard geht einen absolut analytischen Weg: In kleiner Besetzung, ohne Nussnougatcreme auf den Streicherlinien, mit trennscharf modellierten Bläsern und ohne Kalaschnikow-Geknatter im Blech ersteht ein modernes Tschaikowski-Gemälde. Es bezieht seine Großartigkeit nicht aus Weinerlichkeit, sondern aus Genauigkeit. Eine famose Ergänzung zu den bislang führenden Aufnahmen von Jewgeni Mrawinski und Eliahu Inbal. WOLFRAM GOERTZ

BIS SACD 1959 (Klassik Center Kassel)

(RP)