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Birte: "Stille Seelen" ist ein verregnetes Roadmovie

Birte : "Stille Seelen" ist ein verregnetes Roadmovie

GEHT ES? Die tote Frau eines russischen Papierfabrikanten soll nach einem Brauch des ausgestorbenen Volksstammes der Merja bestattet werden. Hierfür unternehmen der Witwer (Yuriy Tsurilo) und sein Kollege Aist (Igor Sergeyev) eine lange Autofahrt durch Russland zu einem heiligen Fluss, mit zwei Spatzen im Käfig und erotischen Erinnerungen an die Tote im Gepäck.

SPIELT MIT? Igor Sergeyev fungiert als Merja-Chronist und Merja-Nachfahre Aist, ist Erzähler der Geschichte und spielte in Oliver Hirschbiegels "Der Untergang" (2004) einen russischen Soldaten.

IST DER FILM? Das dritte Werk des russischen Regisseurs Aleksei Fedorchenko ist ein melancholisches Märchen, das den Merjas einige obskure Rituale andichtet, in dem Frauen in Wodka gebadet und ihre Körper mit Flüssen verglichen werden. In Venedig wurde das verregnete Roadmovie unter anderem für seine großartigen Landschaftsbilder ausgezeichnet. Die allzu bedeutungsschweren Monologe überlagern jedoch den fließenden Wechsel zwischen gestern und heute, Traum und Wirklichkeit.

LÜDEKING

(RP)