1. Kultur

Spiele-Tipps - Gesellschaftspiele für Familien, Strategen und zwischendurch

Für Strategen, die Familie und zwischendurch : Unsere Spiele-Tipps

Durch die Corona-Pandemie erleben Gesellschaftsspiele gerade ein Comeback. Wir haben neun Tipps für den nächsten Spieleabend zu Hause zusammengestellt.

Für die Familie

Alleswisser Alle, die Spaß an Quizspielen haben, kommen an diesem etwas anderen Brettspiel nicht vorbei. Hier stellt eine passende App die Fragen. Frust kommt garantiert nicht auf, denn für jeden Mitspieler wird zu Beginn das passende Alter angegeben. So kommen alle Spieler zu ihrem Erfolgserlebnis. Langeweile ist ebenfalls ausgeschlossen, denn neben den herkömmlichen Quizfragen fordert die App auch zu Pantomime oder Ratespielen auf oder ruft zum „Kampf um den Pokal“. Die Spieler sammeln fleißig Wissenssteine in verschiedenen Kategorien wie Musik und Film, Erdkunde, Kunst und Kultur, Geschichte, Mensch und Technik oder Sport und Allgemeinwissen. Ein ideales Spiel für Familien.

Verlag Jörg Ronninger, ab sieben Jahren, 29,99 Euro

Pictures Wie stelle ich am besten mit zwei Schnürsenkeln eine Wiese mit Tulpen dar? Erkennen meine Mitspieler, dass ich mit den sechs Bauklötzen die Weinrebe nachbauen wollte? Bei dem Spiel „Pictures“ geht es darum, mit einem von insgesamt fünf Material-Sets ein zugewiesenes Fotomotiv aus einer Gesamtauslage von 16 Fotokarten auf dem Tisch nachzubilden. Und zwar so gut, dass die Mitspieler später erraten können, welches Motiv gemeint war. Denn nur dann gibt es einen Punkt. Das kann manchmal ganz schön schwierig werden: Jedes Material-Set fordert auf eine andere Art heraus. Mal müssen sich die Spieler auf ein Detail beschränken, mal können sie nur das grobe Muster eines Bildes nachbauen. Ein Spiel, das aus den Spielern am Tisch plötzlich Künstler und Kunstkritiker zugleich macht – und in diesem Jahr mit dem Preis „Spiel des Jahres“ ausgezeichnet wurde.

PD-Verlag, ab acht Jahren, 30 bis 40 Euro

Time’s Up! Family In drei aufeinander aufbauenden Runden müssen in diesem Spiel so viele Gegenstände, Berufe oder Tiere wie möglich erraten werden. Gespielt wird in Teams und unter Zeitdruck. Während die Spieler sich in der ersten Runde noch recht viele Hinweise zu den Begriffen geben können, darf in der zweiten Runde nur noch ein Schlagwort genannt werden. In der dritten Runde darf der Begriff dann nur noch pantomimisch dargestellt werden. So startet der Spieler zum Beispiel noch halb seriös mit der einfachen Erklärung einer Welle und endet in der letzten Runde schließlich selbst mit schwappenden Bewegungen auf dem Wohnzimmerboden. Die 30 ausgewählten Karten bleiben in jeder Runde gleich. Es lohnt sich also, bei jeder Runde gut aufzupassen.

Asmodee, ab acht Jahren, 18 bis 22 Euro

Für zwischendurch

Mogelmotte Dieses Spiel ist perfekt für alle, die sonst bei einem Spieleabend immer böse Blicke von ihren Mitspielern ernten, weil sie das Schummeln einfach nicht lassen können. Denn Mogeln ist – das sagt ja schon der Name – bei diesem Kartenspiel nicht nur erlaubt, sondern Pflicht. Wie bei Uno oder Mau-Mau geht es darum, die eigenen Karten so schnell wie möglich loszuwerden. Um die eigenen Chancen auf den Sieg zu steigern, dürfen die Spieler ihre Karten dabei unauffällig verschwinden lassen – im Ärmel, unter dem Tisch oder zwischen den Beinen. Hauptsache, man lässt sich nicht erwischen. „Mir macht hier keiner was vor“, denkt man. Und ist dann doch überrascht, wenn die Mitspieler am Ende aufstehen und plötzlich ganze Kartenberge unter ihnen zum Vorschein kommen.

Drei Magier, ab sieben Jahren, acht bis zwölf Euro

Dobble „Bombe! Schneeflocke! Auto! Spinne!“ Ungefähr so (nur halb geschrien und so knapp wie möglich über die Lippen gebracht) kann man sich den Sound zu Hause vorstellen, sobald die Dobble-Karten aus der Metalldose gepackt wurden und die Spieler sich mit starren Blicken gemeinsam über den Küchentisch beugen. Das kleine Kartenspiel sieht harmlos aus, sorgt aber in kürzester Zeit für wunderbare Hektik. Es gibt fünf verschiedene Spielvarianten, bei denen die Spieler in chaotischer Gleichzeitigkeit das einzige Symbol finden müssen, das auf einer jeweils anderen Karte auch abgebildet ist – schneller als die anderen natürlich. Was einfach klingt, ist schwieriger als gedacht. Das Gehirn scheint plötzlich auszusetzen. „Hier gibt es keine Übereinstimmung“, werden die Spieler voll Empörung schreien. Und dann Sekunden später feststellen müssen: „Oh. Doch.“

Asmodee, ab sechs Jahren, zehn bis 13 Euro

Bananagrams Wer Scrabble liebt, aber mal etwas anderes ausprobieren möchte, wird mit diesem Spiel froh werden. Bananagrams ist aber auch toll für alle, die gerade (oder einfach generell) keine Lust auf die Scrabble-typische Grübelei über Punkte und Bonusfelder haben. Auch bei diesem Spiel legen alle Spieler ihre Buchstaben zu einem Wortraster. Es gibt jedoch kein Spielfeld. Die Buchstaben werden einfach so auf dem Tisch ausgebreitet. Wenn ein Spieler alle vor ihm liegenden Buchstaben zu einem Raster verbaut hat, müssen alle Spieler einen weiteren Buchstaben nachziehen. Dabei darf jeder das eigene Raster so oft umbauen, wie er wünscht. Das geht so lange weiter, bis irgendwann weniger Buchstaben in der Tischmitte liegen, als es Mitspieler gibt. Wer dann als erster Spieler all seine Buchstaben verbaut hat, ruft als Schlusswort – wie könnte es anders sein –: „Banane!“

Game Factory, ab sieben Jahren, 13 bis 17 Euro

Für Strategen

Codenames Hier gilt: Je besser man die Gedankenwelt und das Vokabular seiner Mitspieler schon kennt, desto erfolgreicher läuft das Spiel. Genau über diese beiden Dinge kann man bei „Codenames“ aber auch jede Menge lernen. Die Geschichte: Zwei Geheimdienstchefs wollen ihren Teammitgliedern mitteilen, welche Agenten (natürlich alle mit Codenamen ausgestattet) zur eigenen Organisation gehören. Weil die Konkurrenz zuhört und nur minimale Informationen übermittelt werden können, dürfen dabei bei jedem Spielzug aber nur ein einziges Wort und die Anzahl der dazugehörigen Agenten genannt werden. Überbegriffe und Assoziationskraft sind gefragt: Versteht mein Team, dass ich mit „Piraten – zwei“ die Agenten „Schiff“ und „Gold“ meine? Oder wird der Hinweis missverstanden und ein falscher Agent ausgewählt?

CGE (Czech Games Edition), ab zehn Jahren, 14 bis 19 Euro

Wizard Bei diesem Spiel geht’s nicht darum, wer die besten Karten hat, sondern wer seine Spielzüge am besten vorhersagt. Rauskommen, bedienen, Trumpf legen – so weit das traditionelle Kartenspielprogramm. Aber bei Wizard ist nicht jeder Stich unbedingt Trumpf. Nur wer genauso viele Stiche bekommt, wie er angesagt hat, sammelt Punkte. Dabei gibt es von Runde zu Runde eine Karte mehr auf die Hand – die Vorhersage wird also immer schwieriger, und wer danebenliegt, bekommt Minuspunkte. Ein schnelles Spiel für Taktierer, die auch fiese Wendungen aushalten.

Verlag Amigo, ab zehn Jahren, sechs bis acht Euro

Exit – das Spiel Wie bei wirklichen Live-Escape-Räumen geht es in dieser Spielreihe darum, so schnell wie möglich aus einem geschlossenen Raum zu fliehen. Das kann mal eine verlassene Hütte sein, ein geheimes Labor oder auch die Grabkammer eines Pharaos. Um dort rechtzeitig herauszufinden, müssen die Spieler so schnell wie möglich verschiedene Aufgaben lösen. Geschichte und Ausstattung variieren je nach Spiel: Es gibt Ausgaben für Einsteiger, für Fortgeschrittene und für Profis. Weil das Material teilweise zerstört wird (und die Lösung sonst ja schon bekannt wäre), können alle Spiele dabei allerdings nur ein einziges Mal gespielt werden. Erfolgreich ist man bei diesen Spielen übrigens nur, wenn man als richtiges Team zusammenspielt. Und da mal Logik, mal Kreativität und mal Risikobereitschaft gefragt sind, kommt es wirklich auf jede Person und Persönlichkeit an.

Kosmos, Altersangabe je nach Ausgabe, zehn bis 13 Euro