Cd-Tipps: So originell klingen Verdis Ouvertüren

Cd-Tipps : So originell klingen Verdis Ouvertüren

Giuseppe Verdi, sagen Verächter, klinge im Orchester oft nach "Umtataaa" plus Melodiestimme eines Sängers. Weit gefehlt. Verdi war in vielem ein Erneuerer, auch in der Orchesterbehandlung. Zugegeben, in seinen frühen Werken klingen gerade die Streicher gern wie eine Riesengitarre, doch mit "Rigoletto" ist ein Wendepunkt erreicht. Nun verschmilzt das Orchester zunehmend mit der Handlung. Psychologie findet ab sofort nicht mehr nur auf der Bühne statt, sondern auch im Graben.

Etwa bei "La Traviata": Das berühmte Vorspiel haben nun der italienische Dirigent Riccardo Chailly und die Filarmonica della Scala aufgenommen, dazu Ouvertüren und Zwischenspiele aus neun anderen Verdi-Opern, darunter Bekanntes wie "Aida" und Werke, die nur selten auf einer Bühne zu erleben sind, etwa "Il corsaro" und "Alzira". Chailly setzt auf geballte Kontraste. Wegen der eher moderaten Tempi wirken diese, wie in "Nabucco", umso kraftvoller. CHRISTOPH VRATZ

(RP)
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