Ruhrtriennale Die unerträgliche Schönheit der Langsamkeit

Essen · Die Choreografin Eszter Salamon zeigt mit der norwegischen Kompanie Carte Blanche eine gewaltige Performance, die ihre Kraft aus traumartigen Sequenzen in Zeitlupe und minimalen Klängen speist. „The Living Monument 0.10“ war jetzt bei der Ruhrtriennale erstmals in Deutschland zu sehen.

 Die norwegische Nationalkompanie für zeitgenössischen Tanz zeigt „The Living Monument“.

Die norwegische Nationalkompanie für zeitgenössischen Tanz zeigt „The Living Monument“.

Foto: Øystein Haara

Reisende werden das kennen. Sie sitzen dämmernd in einem Zug, sehen von monotonen Geräuschen untermalt Menschen, Tiere und Landschaften an sich vorüberziehen. Geräuschlos nahezu, zeitlos, endlos. Wer den getanzten Stillleben der ungarischen Choreografin Eszter Salamon und der norwegischen Kompanie Carte Blanche beiwohnt, begibt sich ebenfalls auf eine Reise: Am dunklen Zuschauerraum ziehen auf der Bühne fantastische Bilder in Zeitlupe vorbei – ausgepolstert mit minimalistischen, doch effektvoll drapierten Klangteppichen. „The Living Monument“ ist keine Zugfahrt zweiter Klasse, sondern ein abenGleiten durch Raum und Zeit, eine psychedelische Schwebebahn mit Schneckentempo.