Ruhrtriennale 2018: Michael Vesper respektiert Laschets Ruhrtriennale-Absage

Debatte um Ruhrtriennale: Vesper respektiert Laschets Ruhrtriennale-Absage

In der Antisemitismus-Debatte um die Ruhrtriennale und Intendantin Stefanie Carp meldet sich nun auch der frühere NRW-Kulturminister Michael Vesper zu Wort.

„Natürlich bin ich betrübt darüber, dass die Ruhrtriennale in diesem Jahr bislang noch nicht als Festival der Kunst wahrgenommen wird, sondern als Bühne eines politischen Streits“, sagte Vesper unserer Redaktion. Vesper (Grüne) hatte die seit 2002 stattfindende Ruhrtriennale mitbegründet. Das Kulturfestival ist heute eines der wichtigsten in Deutschland.

Ausgelöst worden war die Debatte um das Festival, das heute beginnt, durch die Aus- und Wiedereinladung der Band Young Fathers, die die als antisemitisch kritisierte BDS-Kampagne unterstützt. Die Band war etwa im vergangenen Jahr einem BDS-Aufruf gefolgt und hatte ein Berliner Festival boykottiert, das die israelische Botschaft mit 500 Euro unterstützte. Einen solchen Festival-Boykott halte er für einen Angriff auf die Freiheit der Kunst, sagte Vesper, der auch Vorsitzender der Freunde und Förderer der Ruhrtriennale ist. „Die BDS-Kampagne maßt sich damit an, dem Publikum vorzuschreiben, was es sehen darf und was nicht.“

Intendantin Carp hat bislang nicht eindeutig gegen BDS Stellung bezogen, zuletzt kündigte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) deshalb an, das Festival nicht zu besuchen. Er fände es schade, dass Laschet der Ruhrtriennale aus Gründen fernbleibe, sagte Vesper, seine Entscheidung aber sei zu respektieren. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, warf der Festival-Leitung in der „Jüdischen Allgemeinen“ ein desaströses Krisenmanagement vor. Bei der Ruhrtriennale soll eine Podiumsdiskussion die Debatte aufgreifen. Neben Carp werden daran NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und Michael Vesper teilnehmen sowie die BDS-Unterstützer Elliott Sharp und Alain Platel, was jüdische Verbände und die israelische Botschaft in Berlin kritisieren.