Köln: Roman "Schoßgebete" von Charlotte Roche wird verfilmt

Köln: Roman "Schoßgebete" von Charlotte Roche wird verfilmt

Sönke Wortmann beginnt nun mit den Dreharbeiten.

Eine Million Mal hat sich Charlotte Roches Roman "Schoßgebete" verkauft. Zahlreiche Angebote, ihr Buch zu verfilmen, habe sie bekommen, den Zuschlag aber Produzent Oliver Berben (Constantin Film) gegeben, der auch das Drehbuch schrieb. Nun starten nächste Woche in NRW die Dreharbeiten. Sönke Wortmann ("Das Wunder von Bern") führt Regie. "Ich wollte die Rechte an jemanden geben, dem ich vertraue, damit ich weiß, dass der Film gut wird", sagt Roche. Doch einmischen in den Dreh wolle sie sich nicht und dürfe es laut Vertrag auch nicht.

Nicht immer ist das Verhältnis vom Autor einer Literaturvorlage und dem Regisseur so angenehm wie zwischen Wortmann und Roche. Angeregt und kurzweilig plauderten sie über das anstehende Projekt, bei dem es einige Tücken zu meistern gilt. "Film trifft Literatur" nennt sich die Reihe, die die Filmstiftung NRW nun schon zum dritten Mal in Kooperation mit der Lit.Cologne veranstaltet. Das Thema Literaturverfilmung scheint im Trend zu liegen. Immerhin basieren rund ein Drittel der 130 Filme, die die Filmstiftung pro Jahr fördert, auf literarischen Vorlagen, wie Geschäftsführerin Petra Müller berichtete.

Weniger das Thema Sex, das Roche im Buch über eine traumatisierte Frau ausbreitet, hat Wortmann an "Schoßgebete" interessiert, sondern die Fragen nach Tod und Therapie, die Roche aufwirft. Sex wird es auch geben, aber viel weniger und in abgemilderter Form. "Vor dem Dreh habe ich etwas Bammel", sagte Wortmann. Er habe noch nie so expliziten Sex inszeniert. Die Hauptrolle wird Lavinia Wilson ("Quellen des Lebens") übernehmen. Roche: "Sie wirkt wie eine hübschere Version von mir, das war schon gruselig." Schließlich ist das Buch stark autobiografisch gefärbt. Die Moderatorin, die schon mit "Feuchtgebiete" einen Erfolg landete, arbeitet derzeit bereits an ihrem dritten Buch, wie sie verriet.

(RP)
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