1. Kultur

Opern-Ehe: Rheinische Opernhäuser umwerben einander

Opern-Ehe : Rheinische Opernhäuser umwerben einander

Der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters darf derzeit das zarte Glück genießen, dass Köln zwischen Düsseldorf und Bonn liegt. Denn beide Rheinstädte beeilen sich in diesen Tagen, Köln als denkbaren Partner für eine Kooperation der Opernhäuser anzuwerben oder ins Auge zu fassen.

Im Fall Bonn ist es eine offene Werbung. Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (CDU) hat jetzt abermals erklärt, eine "Rheinische Oper Köln-Bonn" könnte seiner Ansicht nach an zwei Standorten ein international renommiertes Kulturangebot ermöglichen, das bei der aktuellen Schuldenlage der Städte anders nicht zu finanzieren sei. Nimptsch hatte bereits vor eineinhalb Jahren eine Zusammenarbeit der Opernhäuser von Bonn und Köln angeregt, stieß damals allerdings bei den Beteiligten überwiegend auf Ablehnung.

Mit seinem neuerlichen Vorstoß antwortete der Bonner Oberbürgermeister auf die Ankündigung der Städte Köln und Düsseldorf, sie wollten eine Zusammenarbeit ihrer Opern prüfen. Während die Opernleute und die Fachpresse durchgängig ablehnend auf diese Eheanbahnung zwischen den beiden Großstädten reagieren, herrscht in den städtischen Amtsstuben beider Städte dezente Kreativität.

"Wir wollen eine grundlegende Untersuchung über die Vorzüge eines engeren Zusammengehens, von den Werkstätten bis hin zum künstlerischen Angebot", hatte Elbers dieser Tage gesagt. "Dabei darf es keine Denkverbote geben." Roters sagte, es gehe vor allem um die Entlastung der Haushalte. Diskutiert wird zur Zeit beispielsweise, ob die Rheinoper Köln mit dem Ballett bespielen könne (in der Domstadt gibt es kein Ballett mehr).

Längst ist die Deutschen Oper am Rhein aktiv in einem europaweiten Pool von Koproduktionen beteiligt — jetzt allerdings auch innerhalb der NRW-Grenze und auch mit Bonn; dorthin werden künftig die Produktionen der Kinderoper exportiert, so wie das in der laufenden Spielzeit bereits im Fall von Xavier Montsalvatges Oper "Der gestiefelte Kater" mit dem Theater Dortmund praktiziert wird.

Nach den Worten von NRW-Kulturstaatssekretär Professor Klaus Schäfer ist es "kulturpolitisch unbedingt sinnvoll, die 'Opern-Ehe' zwischen Düsseldorf und Duisburg fortzusetzen." So habe die Kooperation für Duisburg den großen Vorteil, "mit einem vergleichsweise geringen Finanzaufwand herausragende Opernangebote zu erhalten." Gegenüber der Rheinischen Post erklärte Staatssekretär Schäfer für die Kulturpolitik des Landes, dass man sich "engagiert" dafür einsetzen werde, "dass ein gemeinsamer Weg gefunden wird und die Idee einer Trennung vom Tisch kommt."

Für Klaus Schäfer ist es darum generell das Ziel, die gemeinsame kulturpolitische Verantwortung von Land und Kommunen langfristig zu gestalten. So habe die Landesregierung in den zurückliegenden Monaten die Kommunen mit zahlreichen Initiativen gestärkt. "Kulturpolitisch haben wir auf die Lage der besonders finanzschwachen Kommunen reagiert und dort gefährdete Theater und Orchester durch Mittel aus dem Theaterpakt unterstützt", den das Land zusammen mit den Städten ins Leben gerufen hat.

(RP)