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Düsseldorf: Rheinische Kirche will 20 Millionen Euro sparen

Düsseldorf : Rheinische Kirche will 20 Millionen Euro sparen

Gott liebe die fröhlichen Geber, heißt es im zweiten Korintherbrief. Trotzdem oder gerade deswegen heißt es für die evangelische Kirche im Rheinland: weiter an den Ausgaben sparen. Denn Präses Manfred Rekowski und seine Kirchenleitung glauben, dass die rheinische Kirche trotz Schrumpfung mittelfristig nur dann ein fröhlicher Geber - modern gesagt: ein finanziell handlungsfähiger Akteur - bleiben kann, wenn sie ihre Ausgaben kräftig zusammenstreicht.

In dieser Woche kommt die rheinische Landessynode in Bad Neuenahr zusammen, um das zweite große Sparpaket zu beschließen. 11,3 Millionen Euro jährlicher Ausgaben sollen auf dieser Etappe wegfallen. Insgesamt soll der landeskirchliche Haushalt bis 2018 um 35 Prozent oder 20 Millionen Euro pro Jahr schrumpfen. Kürzungen von 8,1 Millionen Euro hat die Synode bereits vergangenes Jahr auf den Weg gebracht; der Rest soll jetzt, spätestens nächstes Jahr folgen.

Seine geistlich-wirtschaftliche Dialektik - sparen, um geben zu können - wollte Rekowski gestern Abend gleich nach dem Eröffnungsgottesdienst den 214 Synodalen darlegen. Trotz der Einschnitte gebe es die Chance, "zu neuen Modellen der Zusammenarbeit zu kommen und neue Schwerpunkte zu setzen", heißt es in der Beschlussvorlage.

Bauchschmerzen macht der Basis dabei vor allem, dass rund 40 Prozent des Sparbetrags, nämlich 4,5 Millionen Euro, aus dem Bildungsbereich kommen sollen. Das wird von vielen als Raubbau an der eigenen Zukunft empfunden. Eine Klippe immerhin glaubt man im Landeskirchenamt mittlerweile umschifft zu haben: Man sei sicher, ohne die Aufgabe von Schulen auch durch die zweite Sparrunde zu kommen, ist zu hören.

Statt eines "Trägerwechsels", also einer Abgabe einer oder mehrerer der zehn evangelischen Schulen im Rheinland etwa an Kommunen, wie er noch im Spätsommer erwogen wurde, spricht die Beschlussvorlage nun von der Überführung kircheneigener Schulen "an ein neu zu bildendes Schulwerk (gegebenenfalls mit Partnern)". Eine Abgabe von Schulen soll allerdings erwogen werden, falls die Sparsumme von 4,5 Millionen Euro verfehlt wird.

(RP)