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Hamburg: Nobelpreisträger Mo Yan bekennt sich schuldig

Hamburg : Nobelpreisträger Mo Yan bekennt sich schuldig

Der umstrittene chinesische Literatur-Nobelpreisträger Mo Yan hat seinen Roman "Frösche" als "Buch der Selbstkritik" bezeichnet. "China hat in den vergangenen Jahrzehnten so tiefe Umbrüche erfahren, dass sich fast alle von uns als Opfer empfinden. Kaum jemand aber fragt sich, ob er nicht selbst Täter wurde, ob er nicht verletzt hat", sagte Mo in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". "Dieser Frage, dieser Denkmöglichkeit, geht ,Frösche' nach", sagte Mo. "Und ich habe, um meiner eigenen Zukunft willen, meine Frau zu einer Abtreibung gedrängt.

Ich bin schuldig." Das autobiografisch inspirierte Buch befasst sich vor allem mit Chinas Ein-Kind-Politik. Es erscheint in dieser Woche in deutscher Übersetzung. Konfrontiert mit seinem Festhalten am Kommunismus fragte Mo, ob denn die sozialen Wohlfahrtsstaaten Europas ohne Marx denkbar seien. "Auf eine Weise hat der Marxismus den Kapitalismus gerettet. Denn wer wirklich von den Segnungen dieser Ideologie profitiert hat, sind diese Gesellschaften im Westen. "

(dpa)