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Niedersachsen beansprucht Boden-Schätze

Niedersachsen beansprucht Boden-Schätze

Osnabrück/Hannover (dapd). In Niedersachsen soll das Denkmalschutzgesetz geändert werden. Das Land plant die Einführung eines sogenannten großen Schatz-Regals. Der Begriff geht auf das Mittelalter zurück und bezeichnet die Hoheitsrechte eines Landesherrn.

Durch die Novelle sollen alle archäologischen Funde in Niedersachsen, die keinem Besitzer zuzuordnen sind, in das Eigentum des Landes übergehen. Bei Historikern rufen die Pläne, über die heute im Kulturausschuss beraten werden soll, Kritik hervor. Finder sollen der Gesetzes-Novellierung zufolge künftig eine Belohnung im Rahmen der verfügbaren Mittel des Landeshaushalts erhalten. "Das ist eine Katastrophe und ein Versuch, eine Enteignung durchzusetzen", sagte der Osnabrücker Münzhändler Ulrich Künker. Die Praxis zeige, dass weniger gesucht und weniger Funde gemeldet werden, wenn es keine angemessene Wertentschädigung gebe, sagt er. Die gleiche Auffassung vertritt der Historiker Klaus Graf von der RWTH Aachen.

(DDP)