Kurfürstliche Schatzsammlung in Semperoper gefeiert: Neues Grünes Gewölbe in Dresden offiziell eröffnet

Kurfürstliche Schatzsammlung in Semperoper gefeiert: Neues Grünes Gewölbe in Dresden offiziell eröffnet

Dresden (rpo). Die berühmte kurfürstliche Schatzsammlung ist wieder in ihrem angestammten Domizil zu bewundern. Rund 60 Jahre nach der Zerstörung des Dresdner Residenzschlosses 1945 wurde mit einem Festakt in der Semperoper das Neue Grüne Gewölbe offiziell eröffnet. Barry Munitz, der Präsident des J. Paul Getty Trusts in Los Angeles, bezeichnete in seiner Rede das Neue Grüne Gewölbe in Dresden als einzigartige Sammlung. Sie stärke Dresdens Rolle als Kulturhauptstadt in einem erweiterten Europa.

Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) nannte das Neue Grüne Gewölbe in seiner Rede vor Gästen unter anderem aus Politik, Kultur, Diplomatie sowie Vertretern des Hauses Wettin eine "Schatzkammer im Gewand des 21. Jahrhunderts". Zugleich sei die Sammlung ein Teil sächsischer Identität. Sie zeige, welche kulturelle Blüte der wirtschaftliche Erfolg Sachsens hervorgebracht habe. Der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Martin Roth, sprach anlässlich der Eröffnung von einem einzigartigen Jubeltag.

Die knapp 1070 Preziosen in den modern gestalteten Ausstellungsräumen und Vitrinen des Neuen Grünen Gewölbes sind ab Mittwoch öffentlich zugänglich. Zu den herausragendsten Exponaten zählen kunsthandwerkliche Meisterwerke wie Balthasar Permosers "Die vier Jahreszeiten", Johann Melchior Dinglingers "Der Hofstaat zu Delhi am Geburtstag des Großmoguls Aureng-Zeb" und das ebenfalls von Dinglinger geschaffene Goldene Kaffeezeug.

Mit Abschluss der Rekonstruktion des historischen Grünen Gewölbes 2006 werden etwa 3000 weitere Objekte und damit der gesamte Bestand der Sammlung im Schloss zu sehen sein. Die jetzige Ausstellungsfläche von 1200 Quadratmetern wird sich dann verdoppeln. Besucher erhalten bis einschließlich Donnerstag kostenlosen Eintritt.

Das Grüne Gewölbe hatte Anfang des Jahres sein langjähriges Provisorium im Dresdner Albertinum verlassen, wo seit 1974 lediglich rund ein Drittel der Sammlung zu sehen war. In jener Zeit strömten rund nahezu 20 Millionen Besucher in die Schatzkammer.

(afp)
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