Düsseldorf: Neues Buch über Depeche Mode

Düsseldorf : Neues Buch über Depeche Mode

Zur Deutschland-Tour erscheint ein großartiger Bildband über die Band.

Das Schönste an diesem Buch sind die darin abgedruckten Besprechungen der ersten Konzerte von Depeche Mode. Diedrich Diederichsen etwa, der heute als wichtigster deutscher Pop-Theoretiker gilt, sah sich 1981 einen Auftritt der Band an und fasste ihn ziemlich herablassend im Musikmagazin "Sounds" zusammen: "Depeche Mode sind absolut here today und sehr wahrscheinlich gone tomorrow." In England wurde Steven Morrissey vom "Records Mirror" mit der Berichterstattung beauftragt. Auch der Mann, der später als Sänger der Band The Smiths berühmt wurde, war nicht begeistert: "Depeche Mode ist vielleicht nicht die langweiligste aller Bands, die je diesen Planeten betreten haben, aber sie gehört zu den schärfsten Anwärtern." 30 Jahre später ist diese Gruppe wieder auf Tour. Morgen und am Freitag locken sie in Düsseldorf 90 000 Fans in die Esprit-Arena.

"Monument" heißt die neue Biografie von Depeche Mode, sie ist schwerer als alle 13 Studioalben der Band auf Vinyl zusammen. Der Bildband erzählt von Vince Clarke und Martin Gore, zwei Freunden aus Basildon, einem Ort 50 Kilometer östlich von London. Sie hörten Talking Heads und Joy Division, und als Gore vom Schüleraustausch in Schleswig-Holstein Singles von DAF, Der Plan und Palais Schaumburg mitbrachte, wussten sie: So was wollen wir auch machen.

Sie nannten sich Composition Of Sound, erst der später dazugestoßene Dave Gahan schlug vor, Depeche Mode als Namen zu wählen – so hieß die Zeitschrift mit Fotos französischer Mode, die er so gerne las.

"Monument" ist das großartigste Buch, das man sich als Liebhaber dieser Gruppe vorstellen kann. Die Fans Dennis Burmeister und Sascha Lange haben es herausgegeben. Sie sammelten alles über ihre Helden, den ersten Artikel im Nachrichtenmagazin "Spiegel" etwa, der mit "Popmusik für die Star-Wars-Generation" überschrieben war. Schön auch der Spruch auf der Postkarte aus den frühen 80er Jahren: "Tanz dich tot mit Depeche Mode". Oder die Karte fürs Konzert in Hamburg 1981. Der Veranstalter druckte eine Beschreibung der Musik auf das Ticket: "Romantik New Wave".

Vor allem die erste Hälfte des Bildbands ist rührend. Depeche Mode trat in Sendungen wie "Tele-Illustrierte" und "Bananas" auf. Jedes Jahr erneuerten die Musiker per Handschlag mit Daniel Miller, dem Chef ihres Labels Mute, den Plattenvertrag. Dann kam das Jahr 1990 und das Album "Violator". Da war es vorbei mit der Arglosigkeit, Depeche Mode wurden Superstars. Wie groß sie immer noch sind, kann man derzeit in den Stadien erleben.

Info "Depeche Mode: Monument", Blumenbar Verlag, 424 S., 49,90 Euro. Für beide Düsseldorfer Konzerte gibt es noch Restkarten an der Abendkasse.

(RP)