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Neuer Rekord bei Austritten aus der katholischen Kirche​

Mitteilung der Bischofskonferenz : Neuer Rekord bei Austritten aus der katholischen Kirche

Die katholische Kirche in Deutschland hat im vergangenen Jahr einen neuen Rekord bei den Kirchenaustritten verzeichnet. 2021 traten fast 360.000 Menschen aus der Kirche aus, wie die Deutsche Bischofskonferenz mitteilte. Der Vorsitzende der Konferenz, Georg Bätzing, zeigte sich „zutiefst erschüttert“.

Die Austrittswelle aus der katholischen Kirche hält an: Im vergangenen Jahr haben 359.338 Katholiken ihrer Kirche den Rücken gekehrt. Das geht aus der am Montag veröffentlichten Statistik der Deutschen Bischofskonferenz hervor. Damit wurde der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2019 deutlich übertroffen, als knapp 273.000 Katholiken austraten. Im vergangenen Jahr gehörten noch 21.645.875 Menschen der katholischen Kirche in Deutschland an.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, sagte mit Blick auf die katholische Kirche, die Zahlen zeugten von einer tiefgreifenden Krise. „Es ist nichts schönzureden, und ich bin (...) zutiefst erschüttert über die extrem hohe Zahl von Kirchenaustritten.“ Mittlerweile vollzögen nicht nur Menschen den Austritt, die zu ihrer Pfarrei schon länger kaum Kontakt gebaht hätten: „Es mehren sich Rückmeldungen, dass Menschen diesen Schritt gehen, die bisher in den Pfarreien sehr engagiert waren.“

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hatte bereits im März ihre Statistik veröffentlicht - ebenfalls mit neuen Rekordwerten. Im vergangenen Jahr traten demnach 280.000 Protestanten aus der Kirche aus. Die Zahl ihrer Mitglieder sank erstmals unter die 20-Millionen-Grenze auf 19,72 Millionen.

Christen bilden in Deutschland weiterhin die mit Abstand größte Religionsgemeinschaft. Rund die Hälfte der Bevölkerung gehört einer der beiden großen Kirchen an.

(dni/AFP/kna)