Naumburg: Naumburger Dom wird Unesco-Weltkulturerbe

Bedeutender Kathedralbau: Naumburger Dom wird Unesco-Weltkulturerbe

Der Naumburger Dom in Sachsen-Anhalt ist in das Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen worden. Das Welterbekomitee hat das Bauwerk, das zu den bedeutendsten Kathedralbauten des Hochmittelalters zählt, am Sonntag in die Welterbeliste aufgenommen.

Das teilte die deutsche Unesco-Kommission am Sonntag in Bonn mit. Damit war die Nominierung nach zwei vorangegangenen Ablehnungen nun erfolgreich. Zuvor war die Aufnahme des Naumburger Doms mit seiner Kulturlandschaft in die Welterbeliste 2015 und 2017 gescheitert.

Ein neu zugeschnittenes Nominierungsdossier habe nun im dritten Anlauf zum Erfolg geführt, hieß es. Das Welterbekomitee würdigte den Angaben zufolge mit seiner Entscheidung die künstlerischen Qualitäten des Doms, die Einblick in Kunst, Architektur und Technologie seiner Zeit geben. Der Naumburger Dom ist die 44. Unesco-Welterbestätte in Deutschland.

„Ich freue mich sehr, dass das Welterbekomitee den außergewöhnlichen Wert des Naumburger Doms bestätigt hat“, erklärte die Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer. Die Aufnahme in die Welterbeliste unterstreiche, dass der Naumburger Dom ein „Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft“ sei. Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Ilse Junkermann, und weitere Vertreter aus Politik, Kirche und Gesellschaft würdigten die Aufnahme in die Welterbeliste.

Dass Sachsen-Anhalt nun fünf Stätten des Weltkulturerbes vorweisen könne, unterstreiche, dass das ostdeutsche Bundesland „ein Land mit reicher Kultur und Geschichte“ sei, betonte Haseloff. Für den Protestantismus habe der Dom eine besondere Bedeutung, weil dort einst der erste lutherische Bischof eingesetzt wurde, erklärte Junkermann. Der Dom stehe in einer Reihe mit den Kathedralen von Amiens in Frankreich, Modena in Italien und Burgos in Spanien, betonte Böhmer.

„Ein herausragendes Architekturensemble der Spätromanik und Frühgotik“

Mit Kreuzgang, Domgarten, Kuriengebäuden und weiteren Bauelementen sei der Naumburger Dom ein herausragendes Architekturensemble der Spätromanik und Frühgotik, hieß es weiter. Für die Arbeiten des sogenannten Naumburger Meisters, der unter anderem die zwölf überlebensgroßen Stifterfiguren des Westchores, darunter Uta von Naumburg, schuf, sei der Dom weltweit bekannt, betonte Böhmer.

Der Naumburger Dom wurde in der Zeit zwischen 1213 und etwa 1250 errichtet. Die spätromanisch-frühgotische Architektur der Kathedrale ist bis heute weitgehend unverändert geblieben. Der Innenraum des Doms wird durch zwei sogenannte Lettner gegliedert, die als hohe Trennwände einst einen Abstand zwischen Gemeinde und Geistlichen wahren sollten.

Am Samstag hatte das Welterbekomitee bereits die Wikingersiedlung Haithabu und den archäologischen Grenzkomplex Danewerk bei Schleswig als neue deutsche Stätte in die Welterbeliste aufgenommen. Die Liste des Unesco-Welterbes umfasst inzwischen fast 1.100 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern. Die Staaten verpflichten sich mit der Aufnahme in die Liste, die Orte zu schützen und für die Zukunft zu bewahren. Das Welterbekomitee tagt noch bis zum 4. Juli in Bahrain und entscheidet unter anderem über die Aufnahme weiterer Welterbestätten.

In Sachsen-Anhalt gehören bereits die Altstadt von Quedlinburg mit Schloss und Stiftskirche, die Bauhaus-Stätten, das Gartenreich Dessau-Wörlitz und die Luthergedenkstätten zum Unesco-Weltkulturerbe.

(felt/epd)