Nationaler Kongress der Eucharistie in Köln

Nationaler Kongress der Eucharistie in Köln

Köln Folgten alle Angesprochenen der erzbischöflichen Einladung, so müsste sich Köln im kommenden Jahr auf 24 Millionen deutsche Pilger gefasst machen. Aber so katholisch im Sinne von umfassend wird es schon nicht werden, obwohl die geplanten Feiern auf die Mitte des katholischen Glaubens zielen: Mit dem nationalen Eucharistischen Kongress will man sich in Köln vom 5. bis 9. Juni 2013 intensiv das "Mysterium fidei" erfahren – das Geheimnis des Glaubens. Nach internationalen Kongressen 1909 in Köln und 1960 in München ist dies nun die erste nationale Versammlung.

Weil darum noch jegliche Erfahrung fehlt, kann über die Resonanz ein Jahr vorher nur spekuliert werden. Zum Eucharistischen Kongress demnächst in Dublin haben sich 12 000 Dauergäste angemeldet; zum bevorstehenden Katholikentag in Mannheim werden 25 000 Teilnehmer erwartet, also markiert man die mögliche Besucherzahl für Köln irgendwo dazwischen.

Wobei sich Interessenten nicht von dem Begriff "Kongress" abschrecken lassen sollten. Denn gemeint eine Feier des Glaubens mit vielen Heiligen Messen. Sicher, auch Glaubensgespräche sind geplant, einige Referate, Zeiten der Anbetung und Gelegenheiten zur Beichte; ein umfangreiches Kulturprogramm soll das junge Kirchenvolk locken, als Abschluss ist ein Pontifikalamt im Rheinenergie-Stadion geplant. Es wird ein konsequent spirituelles Ereignis sein, eher den Weltjugendtagen als den Katholikentagen verwandt.

Ausgerichtet wird der Kongress von der Deutschen Bischofskonferenz, für die gestern Pater Hans Langendörfer erklärte, dass man mit diesem Glaubensereignis nahtlos an die zurückliegende Papst-Reise anknüpfe. Schließlich sei es Wunsch des Heiligen Vaters gewesen, Gott in aller Öffentlichkeit zu bezeugen.

Im Zentrum steht die Eucharistie: die Verwandlung des Brotes in den Leib Christi, der auf diese geheimnisvolle Weise den Menschen ganz und gar gegenwärtig wird. Darin der Auftrag Jesu an die Apostel: "Tut dies zu meinem Gedächtnis." Christus will in diesem Sinne empfangen, gelernt, erinnert sein.

Dieses große Glaubensfest wird für das Erzbistum zum Markstein werden. Nicht allein, dass nach dem Weltjugendtag 2005 die Domstadt ein zweites katholisches Großereignis begehen kann. Der nationale Eucharistische Kongress ist vor allem dem Engagement von Joachim Kardinal Meisner zu verdanken.

Eine Zusammenkunft im Zeichen der Eucharistie ist darum nicht allein als "Schlussstein" zu verstehen, der nach den Worten des Erzbischofs das ganze Glaubensgebäude zusammenhält. Er wird für Kardinal Meisner selbst zum markante Epilog seines bischöflichen Wirkens in Köln. Denn wenige Monate nach dem Kongress feiert er seinen 80. Geburtstag. Nachdem der Papst Meisners obligater Rücktrittsgesuch zum 75. abgelehnt hat, gilt das 80. Lebensjahr allgemein als Grenze bischöflichen Wirkens.

Der Eucharistische Kongress hat somit auch eine Symbolkraft für Meisner. Er ist sein Vermächtnis. Und bereits gestern, zur Einsegnung der Büroräume für die Kongress-Organisation, wählte man einen kirchenpolitisch denkwürdigen Tag: Genau sieben Jahre zuvor wurde Benedikt XVI. in Rom zum Papst gewählt.

(RP)
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