Werner Rackwitz ist tot

Langjähriger Intendant der Komischen Oper: Werner Rackwitz ist tot

Der frühere langjährige Intendant der Komischen Oper, Werner Rackwitz, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Seine Amtszeit war von der Zusammenarbeit mit Harry Kupfer geprägt. Rackwitz erlangte Bekanntheit durch Inszenierungen, die für DDR-Verhältnisse als kritisches Musiktheater Aufmerksamkeit erregten.

Eine Meldung der RBB-Abendschau bestätigte die Oper am Montagabend in Berlin auf Anfrage. Der gebürtige Breslauer Werner Rackwitz stand von 1981 bis Januar 1994 an der Spitze des Hauses. Zuvor war er von 1969 bis 1981 stellvertretender Minister für Kultur in der DDR. In dem Ressort hatte er zuvor seit 1963 die Abteilung Musik geleitet.

Seine Amtszeit als Opernintendant war von der Zusammenarbeit mit Chefregisseur Harry Kupfer geprägt, die Rackwitz einmal als "Glücksfall" bezeichnete. Das damalige Team komplettierten der musikalische Oberspielleiter Rolf Reuter und Ballettchef Tom Schilling.

Rackwitz ermöglichte anerkanntermaßen Inszenierungen, die für DDR-Verhältnisse als kritisches Musiktheater über die Grenzen Berlins hinaus Aufmerksamkeit erregten. Kritiker sagten ihm aber auch nach, dass er als Parteifunktionär in seinen früheren Ämtern "SED-Kulturpolitik nach unten durchgesetzt" habe.

Obwohl ihm eine Personalversammlung der Oper noch im Herbst 1992 das Vertrauen ausgesprochen hatte, bat Rackwitz danach überraschend Berlins Kultursenator Ulrich Roloff-Momin (parteilos) wegen "politischer Diffamierungen" um die Auflösung seines Vertrages. Als Nachfolger wurde der damalige Betriebsdirektor der Kölner Oper, Albert Kost, bestimmt, Kupfer erhielt den Status eines Operndirektors.

(dpa)
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