Yvonne Catterfeld verlässt GZSZ: Von der Soap in die Charts

Yvonne Catterfeld verlässt GZSZ: Von der Soap in die Charts

Köln (rpo). Als Julia Blum sang sie das Lied "Für Dich" im der RTL-Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" und brachte damit den Stein für ihre Karriere als Sängerin ins Rollen. In Folge 3168 verlässt Yvonne Catterfeld nun die Serie, um sich auf ihre Musik konzentrieren zu können. Die 25-Jährige ist nicht die Erste, die die Vorabendserie als Sprungbrett für ihren musikalischen Werdegang nutzt.

Am Dienstag ist Catterfeld zum letzten Mal - dafür aber in Spielfilmlänge - als Julia Blum bei GZSZ zu sehen. Bei der Gelegenheit wird sie auch gleich ihren neuen Song "Glaub an mich" präsentieren, der einen Tag zuvor im Handel erscheint. Im März folgt das dritte Album "Unterwegs", ab April geht Catterfeld auf Tour.

Es ist nicht das erste Mal, dass der RTL-Dauerbrenner einen Star an die Musik verliert. Vor rund einem Jahr hatte bereits Jeanette Biedermann ihren letzten Auftritt in der Serie, um sich fortan in knappen Outfits und High-Heels ganz dem Gesang zu widmen. Die 23-Jährige spielte vier Jahre in der Soap mit. Davor hatte sich schon Ex-GZSZ-Schauspieler Oli P. als Sprechsänger versucht. Und Mia Aegerter, ebenfalls aus der Serie bekannt, tritt im März beim deutschen Grand-Prix-Vorentscheid an.

Einen "Glücksgriff" nennt Catterfelds Produktmanagerin bei ihrer Plattenfirma BMG, Cornelia Eckardt, Yvonnes Einstieg bei GZSZ. Der Weg in der Musikbranche sei für nationale Künstler erfahrungsgemäß lang. Um sich durchzusetzen, könne man "permanent auf Tour gehen" wie Juli oder Silbermond. Man könne es in Castingshows versuchen oder eben - wie im Fall von Yvonne und Jeanette - "mit starker medialer Präsenz", sagt die Expertin im ddp-Gespräch.

"Die Serie war definitiv eine Hilfe", meint auch Jochen Schuster, Musikdirektor bei Biedermanns Plattenfirma Universal Music. "Das war eine hervorragende Plattform, um den Bekanntheitsgrad zu steigern und ihr Showtalent weiter zu entwickeln."

Sowohl Catterfeld als auch Biedermann hatten zuerst den musikalischen Weg eingeschlagen. Die Schauspielerei sollte aber zum entscheidenden Katalysator für ihren Gesangsaufstieg werden.

Catterfeld nahm mit 15 Jahren Gesangsunterricht, später begann sie ein Studium an der Musikhochschule. Beim TV-Talentwettbewerb "Stimme 2000" wurde sie entdeckt und bekam einen Plattenvertrag. Nicht nur Udo Lindenberg wurde auf die hübsche Blonde aufmerksam und nahm zwei Songs mit ihr auf, sondern auch die Macher von GZSZ.

"Ich habe gedacht, das ist eine Chance", erinnert sich Catterfelds Managerin Veronika Jarzombek. Dass Yvonne auch in der Soap als Sängerin auftrat, habe "sich so ergeben". Die Autoren ließen Julia (Catterfeld) für ihren Freund den Song "Für dich" komponieren und singen. "Das Lied hat eine ganz große Rolle gespielt", betont GZSZ-Sprecherin Susanne Brandes.

Gleichzeitig lief natürlich die perfekte Vermarktungsstrategie bei RTL und BMG an - Musikeinbauten in die Story, Plakataktion, Werbung bei RTL. "Für dich" aus der Feder von Dieter Bohlen schoss auf Platz 1 der Charts, ebenso wie kurz darauf Catterfelds Debütalbum "Meine Welt". Es folgten Auszeichnungen wie der Bambi als Shootingstar 2003 oder der Echo Anfang 2004, als Catterfeld auch ihr zweites Album "Farben meiner Welt" auf den Markt brachte.

Noch früher als Catterfeld startete Biedermann ihren musikalischen Werdegang. Bereits 1998 gewann sie einen Schlagerwettbewerb der "Bild"-Zeitung und bekam ihren ersten Plattenvertrag. Im selben Jahr trat die nur 1,59 Meter große Sängerin mit dem Titel "Das tut unheimlich weh" beim Grand-Prix-Vorentscheid an und wurde Dritte. 1999 kam das GZSZ-Angebot und bald darauf der Einstieg in die Top Ten.

Ebenso wie Biedermann will Catterfeld nach dem Soap-Ende die Schauspielerei keineswegs aufgeben. Gespräche würden über eine Hauptrolle in der historischen TV-Serie "Braut wider Willen" geführt, sagt Catterfelds Managerin. Bei GZSZ, hatte Yvonne dagegen betont, sei für sie nach mehr als drei Jahren "der Punkt der Stagnation" erreicht.

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(afp)
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