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Tomorrowland 2021: Festival in Belgien steht auf der Kippe - Risiken zu groß

Belgisches Musikfestival : Tomorrowland 2021 steht auf der Kippe

Für viele Elektro- und Techno-Fans war es ein Hoffnungsschimmer: Das Tomorrowland 2021 sollte trotz Corona in diesem Jahr stattfinden. Doch jetzt scheint sich die Hoffnung zu verflüchtigen.

Erst vor Kurzem gab der Veranstalter des Festivals bekannt, dass es in diesem Jahr möglich sei, gemeinsam zu feiern. Bis zu 75.000 Zuschauer hätten kommen können nach belgischen Corona-Verordnungen. Dafür gab es ein Hygienekonzept und eine Entzerrung des Festivals auf zwei Wochenenden. Vom 27. bis 29. August und vom 3. bis 5. September sollte die Party steigen - doch am 17. Juni ging verkündeten die Bürgermeister der Städte Boom und Rumst, auf deren Gebiet das Festival stattfinden sollte, dass dies nicht realisierbar sei.

„Die Risiken für die öffentliche Sicherheit und Gesundheit“ seien zu groß, daher wolle man dafür die Genehmigung nicht erteilen. Stattdessen hoffen die Bürgermeister auf eine Rückkehr des Festivals 2022 - wenn sich die epidemiologische Lage entspannt hat und man wegen des Festivals keinen größeren Ausbruch der Krankheit befürchten müsse.

Auf der Webseite des Festivals findet man bisher nur ein kurzes Statement, in dem das Go des Landes und die gleichzeitige Absage der beiden Städte thematisiert wird. „Wir sind sehr überrascht und verwirrt über diese widersprüchlichen Nachrichten unserer Behörden.“ In den kommenden Tagen wird ein größeres Statement erwartet.

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Doch noch ist nicht alle Hoffnung gestorben, denn verschiedene Politiker setzen sich für das Festival ein, darunter der flämische Innenminister Bart Somers. An einem in Kürze stattfindenden Treffen mit den Bürgermeistern vom Boom und Rumst sollen auch Flanderns Ministerpräsident Jan Jambon und die föderale Innenministerin Annelies Verlinden teilnehmen. Damit soll einerseits der angeschlagenen Veranstaltungsbranche unterstützt werden, andererseits spült das Festival auch rund 1,8 Millionen Euro in die flämische Kasse. Dabei verweist Somers auch auf das Rockfestival Pukkelpop, das aller Voraussicht nach stattfinden darf.

Wie es weitergeht für das Tomorrowland steht also weiterhin auf der Kippe - was vor allem auch für die Beschäftigten ein großer Schlag ist. Neben 1500 Lieferanten, Freiberuflern und tausende weitere Mitarbeiter, Künstler und das Unternehmen selbst kommt eine erneute Absage des Festivals einer Katastrophe gleich.

Für die Fans des Festivals gibt es immerhin einen kleinen Trost: Egal wie das Tauziehen der Behörden ausgehen wird - das digitale Festival „Tomorrowland Around the World“ findet am 16. und 17. Juli 2021 statt.

(june)